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MedCanG-Reform
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SPD will nachsteuern statt Cannabisversand verbieten

Mit Änderungen am Medizinalcannabisgesetz (MedCanG) will die Bundesregierung Missbrauch stoppen. Dafür sollen Onlineverschreibung und Versand von Cannabisblüten verboten werden. Dass dies mit der SPD nicht klappt, zeichnet sich weiter ab.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 10.03.2026  18:00 Uhr

Grüne: Kein Generalverdacht

Auch die Grünen können dem Unionskurs nicht folgen. Die drogenpolitische Berichterstatterin der Grünen-Fraktion, Linda Heitmann, warnte wiederholt vor einem »Generalverdacht« im Zusammenhang mit Medizinalcannabis. Mit den geplanten Verschärfungen entstehe eine Ungleichbehandlung von Medizinalcannabis gegenüber anderen Arzneimitteln. Die Onlineverschreibung sollte ihrer Meinung nach reformiert werden; das bloße Ausfüllen eines Fragebogens dürfe nicht die Grundlage sein. 

Es bräuchte »eine einheitliche Online-Verschreibungsmöglichkeit«, die garantiere, dass die Personen, die es verschrieben bekommen, mindestens einmal mit einem Arzt oder einer Ärztin persönlich in Kontakt waren. Sie sehe nicht, dass man hierbei den Onlineversand einschränken müsse. Mit einem Änderungsantrag wollen die Grünen die Verbotspläne kippen.

Union sucht Kompromiss

Sie nehme auch innerhalb der Union eine große Uneinigkeit bei diesem Thema wahr, so Heitmann. Aus der Union sind bislang verhaltene Einschätzungen zu hören; man lote zunächst Kompromisslinien mit dem Koalitionspartner aus, so Gesundheitssprecherin Simone Borchardt (CDU) vor Kurzem zur PZ. 

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