| Cornelia Dölger |
| 08.02.2026 12:06 Uhr |
Die Idee, Einkünfte aus Kapitalerträgen zur Finanzierung der GKV heranzuziehen, erinnert an einen Vorstoß des früheren Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck. Der damalige Kanzlerkandidat der Grünen hatte im Bundestagswahlkampf Anfang 2025 angeregt, auf diese Weise den Druck auf die Sozialabgaben zu reduzieren. Zinsen, Dividenden und Gewinne aus Aktienverkäufen sollten in die Berechnung der Krankenkassenbeiträge einbezogen werden, so Habeck damals.
Es hagelte Kritik an der Idee, etwa weil befürchtet wurde, dass auch Kleinanleger belastet würden. Das Gesundheitssystem müsse vielmehr grundlegend reformiert werden, so der damalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). »Wir haben eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt. Jetzt noch Beiträge auf Erspartes in schlechte Strukturen zu pumpen, verärgert die Versicherten.«
Gutverdiener, die oft Kapitelerträge erzielen, könnten wegen der Neuregelung in die private Krankenversicherung abwandern, so eine weitere Befürchtung. Thema war auch der Leistungsanspruch, der mit Sozialversicherungsbeiträgen einhergeht. Dieser sei bei Kapitalerträgen schwer umsetzbar.