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Koalitionspläne
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SPD-Fraktionsvize hält Vergütung für »überholt«

Dagmar Schmidt ist eine von sechs stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden und unter anderem für Gesundheit zuständig. Im Apothekenwesen will sie Reformen vorantreiben. Die Vergütung sei »überholt«.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 13.05.2025  09:00 Uhr

Das gesundheitspolitische Personal kristallisiert sich allmählich heraus. Vergangene Woche stellte sich die SPD-Fraktion im Bundestag neu auf. Diese Woche erfolgt die Zuteilung der Abgeordneten zu den jeweiligen Ausschüssen. Zudem soll demnächst über die Vorsitzenden der Arbeitsgruppen abgestimmt werden.

Eine der sechs SPD-Fraktionsvizes ist Dagmar Schmidt. Sie ist in der Fraktion für die Themen Arbeit und Soziales, Gesundheit, Bildung, Familie und Frauen zuständig. Damit hat sie auch das Apothekenwesen im Blick. zur PZ sagte Schmidt, dass die neue schwarz-rote Bundesregierung bei einer Apothekenreform Tempo machen wolle.

Die Reform müsse »zügig« angepackt werden, so Schmidt. »Von der Produktion bis zur Abgabe muss es verlässliche Strukturen geben.« Apothekerinnen und Apotheker leisteten Wichtiges für die Versorgung, »darin wollen wir sie stärken, etwa durch zusätzliche Angebote«, kündigte die Fraktionsvize an.  Denn es gebe etliche wohnortnahe Angebote in Apotheken, die einen »echten Mehrwert« brächten, betonte Schmidt. Dazu zählt sie etwa pharmazeutische Dienstleistungen, Impfen in Apotheken oder Präventionsleistungen. 

»Engpässe darf es nicht geben«

Auch bei der Vergütung müsse angesetzt werden. Diese sei »überholt«, so die Politikerin, die sich einst kritisch zu den Reformplänen des ehemaligen Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD) geäußert hatte. Die Honorierung müsse »dringend modernisiert« werden. »Apothekerinnen und Apotheker brauchen eine angemessene Bezahlung.« In ihrem Koalitionsvertrag haben sich Union und SPD darauf verständigt, das Apothekenfixum anzuheben und zur Verhandlungssache zwischen Kassen und Apotheken zu machen. 

Die Arzneimittelversorgung müsse weiter stabilisiert werden, so Schmidt. »Engpässe darf es nicht geben, denn die Patientinnen und Patienten müssen jederzeit ordentlich versorgt werden.« Dies gelte sowohl für innovative Arzneimittel als auch für Generika.

Deutschland sei ein starker Arzneimittelstandort, den er zu erhalten und auszubauen gelte, »in allen Bereichen«. Die europäische Abhängigkeit von Asien müsse weiter begrenzt werden. Unabdingbar sei eine verlässliche Produktion in Europa. »Hierfür brauchen wir kluge Rahmenbedingungen, auch auf EU-Ebene.«

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