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»Bonus-Malus-System«
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SPD fordert Termingarantie bei Fachärzten

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch fordert einen gesetzlichen Anspruch auf einen zeitnahen Termin beim Facharzt. Den Praxen sollen demnach Anreize gesetzt werden. Eine solche Termingarantie hatte schon der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gefordert.
AutorKontaktdpa
Datum 27.03.2026  09:26 Uhr

»Angemessen wären etwa drei Wochen«, sagte Miersch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Es sei nicht gerecht, dass Privatversicherte schneller einen Facharzttermin bekämen als gesetzlich Versicherte.

Als Möglichkeit schlug Miersch ein »Bonus-Malus-System in der Ärztevergütung« vor. »Wer keine Termine anbietet, dessen Budget sinkt. Alternativ könnte das Geld dann an Kliniken gehen, die mit ambulanten Arztterminen einspringen.«

In der Debatte um lange Wartezeiten für Facharzttermine hatte schon der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eine Termingarantie bei Fachärzten für gesetzlich Versicherte gefordert. Nach einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Linken-Anfrage betrug bei gesetzlich Versicherten, die mindestens einen Tag auf einen Facharzttermin gewartet haben, die Wartezeit 2024 durchschnittlich 42 Tage.

»Wir brauchen endlich eine Termingarantie bei Fachärzten. Wenn innerhalb von drei Wochen kein Termin geht, darf der Patient wie ein Privatversicherter ambulant im Krankenhaus behandelt werden«, sagte Lauterbach im Februar der »Rheinischen Post«. Bezahlt werden solle das aus dem Honorartopf der niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzte.

Vorbeugung »wichtigster Block«

Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage des Gesundheitssystems sagte Lauterbach, dass der Ansatz, im System der Krankenkassen zu sparen, richtig sei. Der wichtigste Block sei aber die Vorbeugung. »Wir haben viel zu hohe Quoten bei Herzinfarkten, Schlaganfällen und Demenz. Wenn wir hier etwas mehr Geld einsetzen und umschichten würden – von den zehn Milliarden, die wir bei Krankenhäusern sparen, würde ich fünf für bessere Vorbeugemedizin einsetzen –, dann würden wir weitere zehn Milliarden sparen können«, sagte er gegenüber »The Pioneer«.

Aktuell arbeitet eine von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzte Expertenkommission an Vorschlägen für Einsparungen bei der Gesundheitsversorgung. Sie soll ihre Ergebnisse kommende Woche vorstellen.

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