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Angehörigenpflege
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SPD bezieht Stellung für Pflegelotsenden-Modell 

Angehörige stemmen die Pflege, fühlen sich aber oft im Stich gelassen. Die SPD fordert mehr Unterstützung und Schluss mit dem »Bürokratie-Dschungel«. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sieht das anders. 
AutorKontaktdpa
Datum 29.01.2026  14:15 Uhr

Die SPD-Opposition im Nordrhein-Westfalener Landtag möchte Pflegebedürftige und ihre Angehörigen im Alltag besser unterstützen. So schlägt die SPD etwa den Einsatz von Pflegelotsenden, also festen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern für Pflegebedürftige und Angehörige vor. Ausgestattet mit digitalen Akten sollen die Pflegelotsenden bei Pflegeleistungen und Anträgen beraten und beim oft schwierigen Übergang vom Krankenhaus nach Hause vermitteln.

Beginnen soll die später flächendeckende Einführung dieser Lotsenden nach Ansicht der SPD als zweijähriges, vom Land finanziertes Modellprojekt in fünf Regionen. Die Pflegelotsenden sollen verhindern, dass Familien im »Bürokratie-Dschungel« untergehen und ihnen eine bessere Orientierung in einem komplexen Pflegesystem bieten.

Die SPD setzt zudem auf ein Konzept der Nachbarschaftspflege. Dafür sollen in jedem Regierungsbezirk des Landes Pflegeteams aus zehn bis zwölf Pflegefachpersonen entstehen, die eng mit den Quartieren verbunden sind. Angehörige würden durch bessere Organisation der Pflege entlastet.

Laumann: Kein zusätzliches Geld da

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) erteilte den Vorschlägen der SPD in einer schon vom kommenden Landtagswahlkampf geprägten Landtagsdebatte eine klare Absage. Obwohl er betonte, dass mehr als 85 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt würden. Davon habe ein Großteil den höchsten Pflegegrad 5. Das bedeutet, dass diese Menschen schwerste Beeinträchtigungen und besonders intensiven Pflegebedarf haben.

»Ich will da keine zusätzlichen Stellen, ich will da auch kein zusätzliches Geld«, sagte Laumann nichtsdestotrotz. Das notwendige Personal sei ja auch gar nicht auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Vielmehr müssten die vorhandenen Ressourcen an Geld und Personen genutzt werden, um die Pflegeberatung vor allem in der häuslichen Pflege besser aufzustellen und neu zu organisieren.

SPD: Pflegende Angehörige mehr entlasten

»Wenn die SPD von der Opposition in die Landesregierung wechselt, dann wird es bessere Leistungen für pflegende Angehörige geben«, sagte der pflegepolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Thorsten Klute. »Pflegende Angehörige müssen endlich als das anerkannt werden, was sie längst schon sind: Eine feste und unverzichtbare Säule der pflegerischen Versorgung.«

Pflegende Angehörige sollten nach Ansicht der SPD daher künftig Zugang zu niedrigschwelligen Entlastungsleistungen, Qualifizierungs- und Reha-Angeboten bekommen sowie sozial abgesichert werden.

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