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Ex-Bundesgesundheitsminister
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Spahn besucht Apotheke in Legden

Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine Apotheke in Legden in Westfalen besucht. Klar formulierte Inhaberin Petra Hubry dabei, wo es bei den Apotheken derzeit brennt. Öffentlich äußern wollte Spahn sich dazu nicht, aber seine Position ist klar: Apotheken ohne Apotheker sind ein No-Go.
AutorKontaktPZ
Datum 18.09.2024  12:12 Uhr

Öffentlich wollte sich der ehemalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei seinem Besuch in der Hubertus-Apotheke in Legden zwar nicht zu den aktuellen Reformplänen seines Nachfolgers Karl Lauterbach (SPD) äußern. Dennoch ist die Position der Union zu zentralen Inhalten des Apotheken-Reformgesetzes (ApoRG) klar: Die geplanten Apotheken ohne Apotheker lehnt sie ab.

Apothekerin Petra Hubry, Inhaberin der Hubertus-Apotheke sowie Vorsitzende der Bezirksgruppe Borken im Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL), erklärte Spahn bei dessen Besuch in seinem Wahlkreis detailliert, wo es für die Apotheken derzeit brennt.

Die geplante PTA-Vertretung führe zu Leistungskürzungen, weil ohne Apotheker keine Impfungen verabreicht, keine starken Schmerzmittel abgegeben, keine individuellen Rezepturen hergestellt und keine umfangreichen Medikationsberatungen durchgeführt werden könnten. »Das ist der Weg in eine Zwei-Klassen-Versorgung«, sagte Hubry.

»Apotheker wegsparen«

Auch das stagnierende Honorar war Thema, wie der AVWL mitteilt. Zu begrüßen sei der unter Spahn begonnene Systemwechsel weg vom Packungshonorar.  Stattdessen bieten Apotheken zunehmend vergütete pharmazeutische Dienstleistungen an, zum Beispiel Blutdruckchecks, Inhalationsschulungen und erweiterte Medikationsberatungen. Hubry kritisierte hier den Widerspruch, dass Lauterbach einerseits diesen Weg weiterverfolgen und Präventionsleistungen in Apotheken honorieren wolle, auf der anderen Seite aber »die Apotheken wegsparen will«. 

Apotheken bräuchten mehr Beinfreiheit, um Lieferengpässe zu managen, so Hubry gegenüber Spahn. Die Teams bräuchten wieder ähnlich große Handlungsmöglichkeiten wie während der Corona-Pandemie. Das fachliche Potenzial müsse voll ausgeschöpft werden.

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