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Positive Führung
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»Sorge für gute Gefühle, für dich selbst und dein Team!«

Für jedes Unternehmen braucht es einen starken Chef oder eine starke Chefin, der oder die positiv führen kann. Wie das geht und warum es wichtiger ist, seine Mitarbeitenden glücklich zu machen als seine Kunden, erklärte die bekannte Trainerin Sabine Asgodom beim Niedersächsischen Apothekertag.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 16.04.2024  09:00 Uhr

Unter dem Titel »Das starke Ich für ein erfolgreiches Wir« zündete die bekannte Autorin und Speakerin dabei ein »Feuerwerk« der positiven Psychologie mit guten Sprüchen, lustigen Anekdoten und auflockernden Übungen für das Publikum. Ihre Kernthese für erfolgreiche Unternehmen: »Wenn es unseren Mitarbeitenden gut geht, geht es dem Team gut. Wenn es dem Team gut geht, geht es den Kundinnen und Kunden gut. Wenn es den Mitarbeitenden und den Kunden gut geht, geht es dem Unternehmen gut.«

Die Trainerin betonte: »Positive Emotionen lassen uns klar denken, kreativ sein und auf gute Ideen kommen.« Daher sei es eine wichtige Chefsache, ein positives Arbeitsumfeld zu schaffen. Dabei sollte man bei sich selbst anfangen. Denn ohne eine gute Selbstfürsorge könne man sich selbst kaum noch spüren und sei dann wiederum nicht fähig, Empathie für andere aufzubringen. 

Abgesehen vom Benefit für die zwischenmenschlichen Beziehungen - mit Menschlichkeit, Freundlichkeit und Klugheit ließen sich auch die Profite des Unternehmens steigern, betonte Asgodom.

Sie zitierte den Soziologen und Management-Professor Kim Cameron, Begründer der »Positive Leadership«-Bewegung. Seine drei Grundprinzipien lauten:

  1. Positive Beziehungen, Mitgefühl und Freundlichkeit fördern.
  2. Positive Kommunikation, Offenheit und Ehrlichkeit unterstützen.
  3. Positive Bedeutung und Sinnhaftigkeit in der Arbeit betonen.

»Wenn wir wollen, dass unsere Mitarbeitenden die richtigen Fragen stellen und kreativ werden, dann müssen wir eine entspannte Atmosphäre schaffen«, erklärte Asgodom. Wo gelacht werde, kämen auch die Kunden lieber hin. Druck dagegen erzeuge nur Gegendruck und: »Stress macht blöd!«, sagte die Trainerin.

Ein Dankeschön und ein Lächeln kosten nichts

Ihr wichtigster Rat: »Sorge für gute Gefühle, für dich selbst und dein Team!« Aber wie schafft man das? Durch Stolz, Freude, Genuss und Dankbarkeit, so Asgodom. »Stolz ist nicht Arroganz, sondern die Freude über das Erreichte, zu wissen, was man kann.« Öfter mal ein kleines Kompliment und ein Dankeschön kosten nichts, können aber Wunder bewirken, wenn sie ehrlich gemeint und authentisch sind. »Stärkt dabei die Stärken eurer Mitarbeiter!« Man solle die Erfolge im Team feiern, empfahl die Trainerin, egal, ob bei einer Fortbildung oder im Umgang mit einem schwierigen Kunden. 

Bei allem gehe es aber nicht um Selbstoptimierung (die nur weiter stresst), sondern um Selbstakzeptanz. Denn: Wenn man sich selbst akzeptieren kann, kann man auch andere akzeptieren, egal, ob die Kollegin oder den Kunden. »Ich darf anders sein als die anderen, die anderen dürfen aber auch anders sein als ich (und das kann anstrengend sein)«, formulierte die Keynote-Speakerin.

Und entstehe doch einmal ein Konflikt, sollte man zuerst nachfragen und den Grund herausfinden, statt zu kritisieren. »Beobachten, ohne zu werten, fragen statt sagen – so hilft man Menschen, Lösungen zu finden, auch bei Kunden und Kollegen«, riet Asgodom. Und falls man selbst mit klarer Kommunikation nicht weiterkomme, helfe oft Humor, eine schwierige Situation zu klären.

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