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Hilfe suchen und finden
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Social Media als Chance und Risiko bei Depressionen

Viele Menschen recherchieren im Internet zu Depressionen. Warum das nicht immer reicht und wie man seriöse Hilfe erkennt, erklärt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe.
AutorKontaktdpa
Datum 25.11.2025  15:00 Uhr

Rund jeder zweite Erwachsene in Deutschland hat einer Umfrage zufolge bereits online nach Informationen über Depression recherchiert. Unter den tatsächlich Erkrankten sind es 78 Prozent, wie aus dem aktuellen »Deutschland-Barometer Depression« hervorgeht. Digitale Angebote wie Suchmaschinen, Social Media und KI-Programme spielen demnach für viele Betroffene eine wichtige Rolle bei der Suche nach Orientierung. Die Daten zeigen, dass Depression in sozialen Medien präsent ist: 40 Prozent der Bevölkerung und 47 Prozent der von Depression Betroffenen sahen dort innerhalb einer Woche entsprechende Beiträge.

Ein kleiner Teil der Betroffenen erlebt Inhalte in sozialen Medien als hilfreich. So gaben 17 Prozent an, dadurch motiviert worden zu sein, sich professionelle Hilfe zu suchen. 9 Prozent kamen durch die Beiträge erstmals auf die Idee, womöglich selbst an einer Depression erkrankt zu sein.

Zugleich zeigt die Erhebung, dass viele Menschen Schwierigkeiten haben, die Qualität digitaler Informationen zu beurteilen. Rund zwei Drittel der Betroffenen geben an, kaum einschätzen zu können, ob Beiträge vertrauenswürdig, fachlich fundiert oder kommerziell beeinflusst sind.

Die Stiftung betont, dass Online-Inhalte professionelle Unterstützung nicht ersetzen können. Menschen mit Verdacht auf eine Depression sollten sich zunächst an den Hausarzt wenden. Als seriöse Quellen gälten zudem etwa Universitäten, Kliniken, Krankenkassen oder öffentliche Gesundheitsorganisationen. Vorsicht sei bei Angeboten geboten, die schnelle Heilung versprechen oder Produkte verkaufen.

Seit 2017 untersucht das Barometer regelmäßig Einstellungen und Erfahrungen der Bevölkerung rund um das Thema Depression. In diesem Jahr wurden im September bundesweit 5196 Erwachsene im Alter von 18 bis 69 Jahren befragt. Zudem nahmen 103 Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren teil.

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