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Wochenarbeitszeit
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So viel wird in Apotheken gearbeitet

Die Deutschen arbeiten laut einer neuen Studie so viel wie noch nie. Auch in den Apotheken ist die durchschnittliche Wochenarbeitszeit seit 2010 um fünf Stunden gestiegen. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 19.08.2025  11:00 Uhr

32,7 Stunden – das ist laut der Apothekengewerkschaft Adexa die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Angestellten in deutschen Apotheken. Das geht aus der Tarifumfrage hervor, für die die Gewerkschaft im zweiten Quartal 2024 knapp 4000 Angestellte online befragt hat. 

Bei den unterschiedlichen Berufsgruppen gab es nur geringfügige Unterschiede. Angestellte Apothekerinnen und Apotheker arbeiteten laut Adexa durchschnittlich 32,5 Stunden, PTA 31,5 Stunden und PKA 34,2 Stunden. Da nur sehr wenige Pharmazieingenieurinnen und -ingenieure an der Umfrage teilnahmen, liegen zu dieser Berufsgruppe keine belastbaren Zahlen vor. 

Die durchschnittliche Arbeitszeit in den Apotheken unterlag in den vergangenen 15 Jahren gewissen Schwankungen: 

  • 2024: 32,7 Stunden
  • 2022: 32,0 Stunden
  • 2020: 33,0 Stunden
  • 2018: 35,5 Stunden
  • 2016: 33,3 Stunden
  • 2014: 32,5 Stunden
  • 2012: 28,7 Stunden
  • 2010: 27,7 Stunden

In Apotheken wird auffällig oft in Teilzeit gearbeitet. Laut der ABDA-Personalstatistik für das Jahr 2024 arbeiteten 64,3 Prozent der angestellten Apothekerinnen und Apotheker in Teilzeit. Bei den PTA gab es eine Teilzeitquote von 65,4 Prozent, bei den PKA lag der Wert bei 64,4 Prozent. In allen Berufsgruppen gibt es mit 82,2 Prozent (Apotheker), 96,7 Prozent (PTA) und 98,5 Prozent (PKA) einen sehr hohen Frauenanteil. 

Deutsche arbeiten so viel wie noch nie 

In Deutschland ist die durchschnittliche Pro-Kopf-Arbeitszeit über alle Berufsgruppen hinweg in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Laut dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) lag sie 2022 bei annähernd 29 Stunden pro Woche – das ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Es ist zu beachten, dass sich die Zahlen des BiB auf die Gesamtbevölkerung im Alter zwischen 20 und 64 Jahren beziehen und damit auch Menschen einschließen, die keiner Beschäftigung nachgehen.

Die wachsende Pro-Kopf-Arbeitszeit ist laut dem Bundesinstitut vor allem auf die deutlich gestiegene Erwerbstätigkeit von Frauen zurückzuführen. Die Wochenarbeitszeit der Männer ist dagegen seit Jahrzehnten vergleichsweise konstant. 

Während Frauen 1991 im Schnitt rund 19 Wochenarbeitsstunden leisteten, waren es 2022 bereits über 24 Stunden. »Dieser Anstieg wird durch eine höhere Erwerbsbeteiligung der Frauen getragen. Die zunehmende Teilzeittätigkeit konnte durch eine starke Erhöhung des Anteils erwerbstätiger Frauen deutlich überkompensiert werden«, analysiert Harun Sulak vom BiB in einer Pressemitteilung.

Der Anteil erwerbstätiger Frauen ist laut dem Bundesinstitut innerhalb der letzten drei Jahrzehnte um fast ein Drittel gestiegen. Dennoch seien hier weitere Potenziale vorhanden: »So liegt die von Frauen und insbesondere Müttern als ideal angesehene Arbeitszeit nochmals höher als die aktuell realisierte Arbeitszeit. Familienpolitische Reformen wie der weitere bedarfsgerechte Ausbau der Kindertagesbetreuung sind wichtige Rahmenbedingungen, damit Frauen und auch Männer Erwerbsarbeit und Familie besser vereinbaren können«, so BiB-Direktorin Katharina Spieß.

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