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Kölle Alaaf!
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So sieht Karneval in der Apotheke aus

Heute ist Weiberfastnacht und in Köln laufen die Straßenpartys. Verkleidete Menschen sind unterwegs und trotz des regnerischen Wetters herrscht gute Stimmung. Die PZ hat die Paradies-Apotheke in der Innenstadt besucht, um zu erfahren, wie Karneval in einer Apotheke aussieht.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 12.02.2026  18:00 Uhr

Was haben ein Teufel, eine Katze und ein Bär gemeinsam? Sie alle waren heute in der Paradies-Apotheke im Stadtzentrum von Köln einkaufen. Das vierköpfige Team hinter der Offizin ist ebenfalls verkleidet. Jeder hat sein eigenes FC-Köln-Trikot mit seinem Namen. Denn von Weiberfastnacht bis Rosenmontag wird in Köln auf den Straßen ausgiebig gefeiert.

Trotz Kostüm behält der Apotheker seine »Autorität« und wird ernst genommen, wie Apothekeninhaber Dirk Vongehr gegenüber der PZ berichtet. Und natürlich werden kostümierte Menschen in der Apotheke ganz normal und mit Respekt beraten. »Das ist das Schöne an Karneval und an Köln«, sagt er.

»Ich brauche dringend etwas gegen Übelkeit«

Doch mit dem Feiern, dem Bier und dem Schnaps kommt auch der Kater – und der Gang zur Apotheke. Elektrolyte, Kopfschmerzmittel und Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen sind während des Karnevals besonders gefragt, so Vongehr. Und tatsächlich bestätigte sich kurz danach diese Aussage: Feierwillige kamen in die Apotheke und holten sich Ibuprofen, Paracetamol und Hydrotalcit.

Auch die Apothekenkammer Nordrhein-Westfalen (AKNR), die für Köln und Düsseldorf zuständig ist, veröffentlichte in einer Pressemitteilung und auf ihren Social-Media-Kanälen die zehn besten Tipps gegen Katerkopfschmerzen. »Damit ihr auch am Tag danach noch weiterfeiern könnt«, heißt es in dem Facebook-Post der AKNR.

Mit betrunkenen Kundinnen und Kunden hat Vongehr schon Erfahrung. Vor zwei Jahren kam ein Mann in die Apotheke und sagte: »Ich brauche dringend etwas gegen Übelkeit.« Bis der Apotheker mit dem Medikament zurückkam, hatte sich der junge Mann vor der Tür übergeben. »Schön, dass du nicht in die Apotheke gekotzt hast«, sagte der Apotheker, als der junge Mann wieder hereinkam. »Natürlich haben wir gelacht«, erinnert sich Vongehr und ergänzt lässig: »Passiert.«

Auch über schöne Kostüme wird in der Apotheke diskutiert. Besonders in Erinnerung ist ihm zum Beispiel ein Römerkostüm geblieben. Dieses war komplett aus Kronkorken in verschiedenen Farben gemacht. »Es sah fantastisch aus. Das war das beste Kostüm.«

Vongehr: »Wir sind keine Gaststätte«

Doch nicht alles ist bunt und voller Konfetti. Im Jahr 2011, kurz nachdem Vongehr die Apotheke übernommen hatte, wurde in der Nacht von Rosenmontag auf Dienstag seine Glaseingangstür mit einem Pflasterstein beschädigt. Die Tür bekam einen Riss, ging aber nicht kaputt. »Seitdem habe ich immer ein ungutes Gefühl«, sagt der Apotheker. »Ich fahre vorsichtig vorbei und gucke, ob alles steht, ob alles in Ordnung ist.«

Um Betrunkene zu vermeiden, hat die Apotheke heute bereits um 13 Uhr Feierabend gemacht. »Wir sind ja keine Gaststätte«, sagt Vongehr. Weiberfastnacht ist zwar kein gesetzlicher Feiertag in Nordrhein-Westfalen. In vielen Unternehmen ist jedoch in den Karnevalshochburgen eine frühere Arbeitsunterbrechung üblich.

Andere Apotheken in der Stadt hatten bereits vor 13 Uhr geschlossen, wie etwa eine im Kölner Stadtteil Nippes. Dort begann bereits um 12 Uhr eine Straßenparty und vor den Kneipen bildeten sich die ersten Schlangen. Viele Närrinnen und Narren dürften sich präventiv mit Medikamenten eingedeckt haben – und natürlich ist die Versorgung jederzeit gewährleistet über die notdiensthabenden Apotheken – derzeit allein vier Apotheken rund um die Altstadt.

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