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ApoLife Auswertung
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Sinkende Apothekenerträge in Österreich

Die österreichische ApoLife Apothekengruppe warnt vor sinkenden Apothekenerträgen und steigenden Kosten. Aktuell ist die Alpenrepublik aber noch weit von einem Apothekensterben wie in Deutschland entfernt. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 16.02.2026  16:40 Uhr

Auf den ersten Blick scheint es den Apotheken in Österreich deutlich besser zu gehen als in Deutschland. Während die Zahl der Apotheken in der Bundesrepublik seit Jahren dramatisch fällt, ist in Österreich der gegenteilige Trend zu beobachten. Nach Angaben der Österreichischen Apothekerkammer gab es im Jahr 2025 1445 öffentliche Apotheken in der Alpenrepublik, 2016 waren es 1352.

Das österreichische System unterscheidet sich allerdings in einigen wichtigen Punkten vom deutschen. So gibt es bei unseren südlichen Nachbarn ein Bedarfsprüfungssystem, das sicherstellen soll, dass neue Apotheken nur dort eröffnet werden, wo es tatsächlich einen Versorgungsbedarf gibt. Außerdem dürfen Ärzte in Österreich unter bestimmten Voraussetzungen eine Hausapotheke betreiben und Medikamente direkt an ihre Patienten abgeben. 

Die ApoLife Apothekengruppe, zu der mehr als 100 österreichische Apotheken gehören, warnt jetzt, dass die Apothekenerträge 2025 im dritten Jahr in Folge gesunken seien. Das gesamte Umsatzvolumen der ApoLife Apotheken legte demnach im Gesamtjahr 2025 nur um 3,2 Prozent zu. Angesichts einer Inflationsrate von rund 4 Prozent ergibt dies laut der Apothekengruppe eine wertmäßige Abwärtsentwicklung. Die inflationsbereinigten Umsätze lägen sogar unter dem Niveau von 2023.

Sorgen um die Zukunft 

Der Auswertung zufolge ist der Abwärtstrend gerade bei einigen volumenmäßig besonders wichtigen Produktgruppen zu beobachten. So seien etwa die Husten- und Erkältungsmittel (nominell +1,3 Prozent Umsatz) und Haut- und Schleimhautmittel (nominell +2,28 Prozent) von der schwachen Entwicklung betroffen. Tonika und immunologische Produkte (-3,28 Prozent) oder Mittel zur Gewichtsabnahme und Schlankheitsmittel mit zusammen minus 6 Prozent hätten sich sogar negativ entwickelt.

»Wenn man sich die soeben erhobenen Verkaufszahlen unserer 115 Apotheken in ganz Österreich ansieht, kann man nicht anders als sich um die Zukunft der Apotheken in unserem Land zu sorgen«, so ApoLife-Generalsekretär Martin R. Geisler in einer Pressemitteilung. »Die Zeiten, in denen eine Apotheke als ›Goldgrube‹ galt, sind lange vorbei.«

Die Apotheken hätten mit immer weiter steigenden Kosten, beispielsweise für Personal und Energie, bei gleichzeitig sinkenden Erlöswerten zu kämpfen. »Dieser Spagat wird sich 2026 absehbar nicht für alle in der ganzen Branche ausgehen. Wir müssen damit rechnen, dass weitere Apotheken in die Nähe der Verlustzone rutschen. Auch wenn unsere Gruppe gut aufgestellt ist, bedeutet diese Perspektive für einen systemrelevanten Sektor – und seine Kund:innen – eine große Bedrohung«, warnt Geisler. 

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