| Melanie Höhn |
| 05.01.2026 13:30 Uhr |
Einige Berliner Apotheken müssen bis voraussichtlich Donnerstag ohne Strom auskommen. / © Imago Images/Kirchner-Media
Seit Samstagmorgen ist im Berliner Südwesten teilweise der Strom ausgefallen. Noch sind rund 30.000 Haushalte und rund 1.700 Gewerbekunden von dem Stromausfall betroffen, der noch bis voraussichtlich Donnerstag anhalten soll.
Nach aktuellem Kenntnisstand des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso) sind am Montagvormittag sieben Apotheken in Berlin-Steglitz nicht dienstbereit. Darunter ist eine Apotheke, die heute zum Notdienst eingeteilt wäre und diesen nicht wahrnehmen kann, erklärte eine Sprecherin auf PZ-Anfrage. Eine weitere Apotheke sei insoweit betroffen, als dass sie den Betrieb mit Einschränkungen aufrechterhalten kann.
»Da die Stromversorgung schrittweise wiederhergestellt wird, wird die Zahl der ausgefallenen Apotheken und der betroffenen Patienten abnehmen. Die Notdienste der nächsten Tage sollten nach heutigem Stand planmäßig stattfinden können«, erklärte sie weiter. Nach Kenntnis des Lageso ist der Apothekenbetrieb in benachbarten Brandenburger Gebieten nicht eingeschränkt. Der Versorgungsbedarf betroffener Bürgerinnen und Bürger könne daher durch Apotheken sowohl im Berliner Stadtteil Zehlendorf als auch zusätzlich in Teltow, Kleinmachnow oder in Potsdam gedeckt werden.
Die Wannsee-Apotheke ist seit gestern Abend wieder mit Strom versorgt, wie eine Mitarbeiterin der PZ berichtete. Zur regulären Öffnungszeit der Apotheke am Samstag zahlten Kundinnen und Kunden in bar, zudem wurden Aufträge händisch aufgeschrieben, die heute nachgetragen werden müssen. Apothekenmitarbeitende nahmen kühlpflichtige Arzneimittel mit nach Hause, die heute von einem Fahrer abgeholt werden. Hilfe von außen habe es keine gegeben, es sei alles sehr kurzfristig gewesen. Es habe heute einen Zustrom an Kundinnen und Kunden gegeben, die teilweise in der Umgebung der Apotheke noch immer keinen Strom hätten.
Die stellvertretende Berliner Bürgermeisterin Franziska Giffey gab auf ihrem Facebook-Account ein Update zur aktuellen Lage. »Die Baumaßnahmen an den Kabelanlagen laufen planungsgemäß«, sagte sie dort. Demnach werden Notstromaggregate an vielen Stellen zusätzlich eingesetzt, zum Beispiel an Krankenhäusern und bei Wasser und Abwasser. Es sind bereits 64 Pflegeeinrichtungen wieder am Netz, die restlichen zehn sollen heute folgen. Zudem werde daran gearbeitet, alle Supermärkte mit Notstromaggregaten auszustatten, damit sie wieder öffnen können. Die Bundeswehr werde bei der Bereitstellung von Notstromaggregaten unterstützen, das betreffe Transport, Aufstellung, Anschluss und Dieselversorgung und Bereitstellung der Tanklogistik.