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Binge-Watching
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Serienkonsum als Bewältigungsstrategie

Binge-Watching ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Eine Studie zeigt nun, dass es nicht immer um Unterhaltung geht. Offenbar gibt es Zusammenhänge zwischen Einsamkeit und suchtähnlichem Serienkonsum.
AutorKontaktPZ
AutorKontaktdpa
Datum 26.01.2026  15:30 Uhr

Einsamkeit als Ursache unklar

Sucht wird in der Studie anhand einer Skala aus der Verhaltenspsychologie definiert – der sogenannten Problematic Series Watching Scale, die sich an einer generellen Suchtskala orientiert. Diese berücksichtigt unter anderem, wie sehr sich die Stimmung durch das Serienschauen oder den Entzug verändert oder ob es negative Folgen im sozialen oder beruflichen Leben gibt.

Die Forschenden betonen, dass ihre Studie lediglich einen Zusammenhang aufzeige. Ob Einsamkeit tatsächlich Ursache für das Suchtverhalten sei, müsse weiter erforscht werden. Die Analyse beschränkte sich außerdem auf TV-Serien. Andere Streaming-Angebote, etwa auf Youtube oder Tiktok, wurden nicht berücksichtigt.

Christian Zabel von der Technischen Hochschule Köln, der selbst zu Binge-Watching geforscht hat, hält die Studie aus China methodisch für gut gemacht – und grundsätzlich auch auf die hiesige Bevölkerung übertragbar. Es sei »sicherlich sinnvoll«, zwischen problematischem und unproblematischem Binge-Watching zu unterscheiden, da nicht jeder Fall Suchtpotenzial habe.

Frauen sind häufiger Binge-Watcher

»Es ist naheliegend, dass Einsamkeit zu mehr Binge-Watching führt«, sagte Zabel der Deutschen Presse-Agentur – eher als umgekehrt. Allerdings weist der Forscher darauf hin, dass andere Streaming-Formate – etwa Videospiele oder soziale Medien – mutmaßlich noch größeres Suchtpotenzial haben als klassische Serien. Dort sei man noch einmal ganz anderen Reizen ausgesetzt als bei einer TV-Serie, »die sich etwas mehr Zeit nimmt«.

Binge-Watching ist einer Befragung aus dem vergangenen Jahr zufolge in Deutschland vor allem bei Frauen ein beliebter Zeitvertreib. Das geht aus der Bewegtbild-Studie »Screens in Motion 2025« der Zeitschrift »TV Spielfilm« aus dem Burda Verlag hervor. Im Streamingpublikum bingen demnach 44 Prozent der weiblichen Zuschauenden, aber nur 38 Prozent der männlichen. Zusammen ergibt das einen Mittelwert von 41 Prozent, die häufig Binge-Watching betreiben. Weitere 34 Prozent gefällt es zumindest ab und zu, mehrere Folgen zu schauen.

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