Zusammenziehen steigert das Lebensglück im Alter. Eine Heirat bringt jedoch keinen Extra-Bonus. / © Getty Images/pixdeluxe
Eine neue Beziehung und das Zusammenziehen sind nicht nur für junge Menschen aufregend und schön. Auch ältere Semester können davon profitieren – und müssen dabei nicht auf Konventionen achten. Wenn Menschen in fortgeschrittenem Alter in einer Partnerschaft zusammenziehen, steigt laut einer Studie ihre Lebenszufriedenheit. Ob sie heiraten oder nicht, spielt hingegen keine Rolle, wie aus Langzeit-Erhebungen hervorgeht.
Ein internationales Team um die Psychologin Dr. Iris Wahring von der Universität Wien hat Angaben von 2840 Menschen im Alter zwischen 50 und 95 in den Vereinigten Staaten ausgewertet, die zwischen 2006 und 2021 mehrfach Fragen zu ihrer Lebenssituation beantworten sollten. Der Fokus lag auf heterosexuellen Personen.
Die Forschenden achteten darauf, wie sich Zufriedenheitswerte und depressive Symptome veränderten. Dabei stellten sie einen statistischen Zusammenhang mit dem Zusammenziehen von älteren Paaren fest. »Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Bonus für das Wohlbefinden bereits durch die geteilte Lebenswelt in der Partnerschaft erreicht wird«, sagte Wahring in einer Mitteilung der Universität Wien.
Heirat wirkt sich bei zusammenlebenden Paaren hingegen nicht als Faktor aus. »Die Ehe an sich bietet für Paare, die ohnehin schon Tisch und Bett teilen, keinen messbaren Zusatzgewinn an Lebensglück«, so die Forscherin. Frühere Studien hatten noch einen stärkeren Zusammenhang zwischen Wohlbefinden und dem Zusammenziehen von Verheirateten hergestellt. Doch inzwischen seien ehelose Beziehungen üblicher und gesellschaftlich akzeptierter, hieß es in dem neuen Forschungsbericht, der im »International Journal of Behavioral Development« erschienen ist.
Das Team um Wahring fand auch heraus, dass ältere Menschen ziemlich robust sind, wenn Beziehungen scheitern. Entgegen gängiger Vorstellungen war kein Zusammenhang zwischen Trennungen und niedrigerer Lebenszufriedenheit zu beobachten.