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Konstanz
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Seitzl besucht Apotheke – zentrales Thema das Fixum

Auf Einladung des Inhabers Murat Baskur besuchte die SPD-Abgeordnete und Mitglied des Gesundheitsausschusses, Lina Seitzl, die Apotheke im Seerhein-Center in Konstanz. Zentrale Themen des Besuchs waren das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) und die Erhöhung des Fixums.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 02.04.2026  17:00 Uhr

»Ich wollte einfach Stellung zum ApoVWG nehmen und der Abgeordneten aus Apothekersicht erklären, was ich für richtig und was ich für falsch halte«, sagt Baskur am Telefon. Für Seitzl sei es »wichtig« gewesen, das Gespräch vor Ort zu führen und sich ein unmittelbares Bild von den aktuellen Herausforderungen der Apotheken zu machen, wie ihr Büro auf Anfrage der PZ mitteilte.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die wirtschaftliche Lage der Apotheken, die Sicherstellung der wohnortnahen Versorgung und die konkreten Erwartungen an die Apothekenreform. Insbesondere wurde über den wirtschaftlichen Druck auf viele Apotheken und die im Koalitionsvertrag von SPD und Union (CDU/CSU) vereinbarte Honorarerhöhung gesprochen. Das Fixum liegt aktuell bei 8,35 Euro und soll auf 9,50 Euro erhöht werden. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat mehrfach betont, dass die Erhöhung umgesetzt wird. Da dies bislang nicht geschehen ist, hatten die Apotheken am 23. März in Berlin, Düsseldorf, München und Hannover protestiert.

»Die Honorarerhöhung ist unausweichlich«

Beim Besuch ging es unter anderem um die Weiterentwicklung pharmazeutischer Dienstleistungen (pDL) und die Rolle der Apotheken als niedrigschwellige erste Anlaufstelle im Gesundheitssystem. Apotheker Murat Baskur begrüßt die neuen gesetzlichen Aufgaben zwar, ist aber der Meinung, dass die zusätzlichen pDL das Grundproblem nicht lösen werden. »Eine Honorarerhöhung ist eigentlich unausweichlich, wenn die Schließungswelle und der Rückgang der Apothekenzahlen gestoppt werden soll«, sagt der Apotheker, der als Delegierter für den Kreis Konstanz beim Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV BW) tätig ist.

Ein weiteres großes Thema beim Treffen war der Versandhandel. Seit Jahren warnen Vor-Ort-Apotheken vor den Risiken, zu denen unter anderem lückenhafte Beratung, Fälschungen und Unterlaufen der Preisbindung gehören, sowie vor wirtschaftlichem Druck auf die Präsenzversorgung. »Die Temperaturkontrolle, sofern sie kommen sollte, ist nur ein ganz kleiner Teil davon«, sagte Baskur.

Auch über bürokratische Belastungen im Alltag wurde beim Termin mit Seitzl gesprochen. »Der Besuch war auf Augenhöhe«, sagte der Apotheker. Die Abgeordnete habe viel Verständnis gezeigt.

Seitzl erklärte auf Anfrage der PZ: »Apotheken sind und bleiben eine tragende Säule unserer Arzneimittelversorgung und sind für viele Menschen die erste Anlaufstelle im Gesundheitssystem. Deshalb ist es unser Ziel, ihre wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern, sie von Bürokratie zu entlasten und ihre Rolle in der Versorgung weiter zu stärken. Mit der Apothekenreform schaffen wir die Grundlage für eine stabile, moderne und patientennahe Arzneimittelversorgung.«

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