Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Trend setzt sich fort
-
Seit 2009 ein Viertel weniger Apotheken in Westfalen-Lippe

In Westfalen-Lippe gingen im Jahr 2024 unterm Strich 57 Apotheken verloren. Nach Angaben der Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) sank die Zahl der Apotheken in der Region in den letzten 15 Jahren um rund 26 Prozent – also mehr als ein Viertel.
AutorPZ
Datum 03.01.2025  15:44 Uhr

Wie in Nordrhein und bundesweit setzt sich das Apothekensterben auch in Westfalen-Lippe kontinuierlich fort. Wie die Apothekerkammer Westfalen-Lippe heute informierte, verzeichnet sie seit 20 Jahren einen Rückgang der Betriebsstätten. Demnach schlossen im vergangenen Jahr 65 Apotheken ihre Pforten, nur acht wurden eröffnet. Unter dem Strich gingen damit 57 Apotheken verloren. »Der traurige Trend geht weiter«, kommentierte AKWL-Hauptgeschäftsführer Andreas Walter.

Vor 15 Jahren, also zum Jahresende 2009, versorgten nach Angaben der Kammer noch 2230 Apotheken die Patientinnen und Patienten in Westfalen-Lippe. Heute sind es nur noch 1654. »Das ist ein Rückgang von rund 26 Prozent. Wir haben damit mehr als ein Viertel aller Apotheken in Westfalen-Lippe verloren«, beklagt Walter.

Die Schließungen würden viele Bürgerinnen und Bürger hart treffen, besonders in der Rund-um-die-Uhr-Versorgung. »Weniger Apotheken führen unweigerlich dazu, dass unterm Strich die Wege zum Notdienst weiter werden«, warnt Walter.

Die Gründe für die Apothekenschließungen sind laut AKWL vielschichtig: Zwar spielten auch Personalprobleme und die verringerte Bereitschaft junger Menschen, sich selbstständig zu machen, eine Rolle. »Am Ende sind es aber immer wirtschaftliche Gründe, die dazu führen, dass Apotheken nicht weitergeführt werden«, stellt Walter klar. So habe es eine Steigerung des Honorars zuletzt vor über zehn Jahren gegeben.

Appell an neue Bundesregierung

Walter fordert daher von der neuen Bundesregierung Soforthilfe für die Apotheken. »Welche Partei wen auch immer zum Bundesgesundheitsminister macht, muss mit einem Soforthilfepaket die Apotheken vor Ort und damit die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung stabilisieren.« Denn eine Apotheke sei kein Geschäft wie jedes andere. »Es geht um beratungsbedürftige Arzneimittel. Es geht aber auch um die Erhaltung von Orten, die jede Bürgerin und jeder Bürger betreten kann: Ohne Ansehen der Person und ohne Termin wird geholfen. Schließt eine Apotheke, bedeutet dies einen Sozialabbau vor Ort«, betont Walter.

Mehr von Avoxa