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Reaktionsfähigkeit
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Schweigend Autofahren ist sicherer

»Nicht mit dem Fahrer sprechen«: Der Hinweis in Linienbussen wäre auch in Autos sinnvoll, denn Unterhaltungen beim Fahren beeinträchtigen die visuelle Verarbeitung und erhöhen die Unfallgefahr, wie eine Studie zeigt.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 03.02.2026  07:00 Uhr

Wenn künftig nicht mehr nur das Telefonieren mit dem Smartphone am Ohr während des Fahrens ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung wäre, sondern auch das nette Gespräch mit dem Beifahrer Punkte in Flensburg einbringen würde, wäre das aus Gründen der Sicherheit nicht ganz abwegig. Forschende der Fujita Health University in Japan stellten bei Tests mit 30 Personen fest, dass Sprechen eine starke kognitive Belastung darstellt, die Augenbewegungen verzögern kann.

Die Teilnehmenden sollten so schnell und genau wie möglich auf einen roten Punkt schauen, der aus unterschiedlichen Richtungen auf einem schwarzen Bildschirm in ihrem peripheren Blickfeld auftauchte. Die Aufgabe erfüllten die Probanden unter drei verschiedenen Bedingungen: Einmal sollten sie gleichzeitig Fragen der Versuchsleiter beantworten, ein andermal einem Hörbuch lauschen und im Kontrollgang hatten sie keine zusätzliche Belastung. Die Ergebnisse sind im Fachjournal  »PLOS One« erschienen.

Verzögerte Wahrnehmung

Die Auswertung der Eye-Tracker zeigte, dass sich bei allen Teilnehmenden die Augenbewegungen verlangsamten, wenn sie sich unterhielten. Das betraf drei zeitliche Aspekte des Blickverhaltens: die Reaktionszeit, um nach dem Auftreten des Punkts die Augenbewegung zu starten, die Bewegungszeit, um den Punkt mit dem Blick zu erreichen und die Anpassungszeit, um den Blick auf den Punkt zu fokussieren. Es änderte sich also nicht nur die Blickgeschwindigkeit, sondern auch die Blickgenauigkeit.

Die Gefahr bei einer Unterhaltung: Die Person würde Ampeln, Verkehrszeichen, andere Autos oder auch Fußgänger und Gegenstände auf der Fahrbahn langsamer wahrnehmen. Ausweichen und Bremsen könnten sich verzögern. Beim Zuhören und im Kontrolltest traten dagegen keine Veränderungen auf.

Die Studienautoren mahnen, dass sich Autofahrer und Autofahrerinnen den Unfallrisiken durch Gespräche hinterm Steuer bewusst sein sollten. Die Erkenntnisse könnten zudem helfen, neue Regularien zu erarbeiten. Dann hieße es künftig »don’t speak and drive«. Zuhören wäre zumindest noch gestattet. Und vermutlich wird ein smartes Auto ohnehin sofort mitbekommen, wenn die Fahrerin oder der Fahrer zu viel redet.

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