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Sanacorp unterstützt Apothekenprotest

Die Apotheken protestieren am 23. März gegen die bislang ausbleibende Honorarerhöhung und Teile der Apothekenreform. Großhändler Sanacorp unterstützt die geplanten Proteste.
AutorKontaktPZ
Datum 02.03.2026  15:45 Uhr

Seit mehr 13 Jahren sei das Apothekenhonorar strukturell nicht angepasst worden, während parallel Kosten für Personal, Energie, Logistik, Digitalisierung und regulatorische Anforderungen massiv gestiegen seien, moniert Sanacorp-Chef Patrick Neuss. Und mit der Reform sollen die Apotheken weitere Aufgaben übernehmen. »Dieser Auftrag bedarf jedoch verlässlicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen«, so Neuss.

Die wirtschaftliche Basis der inhabergeführten Vor-Ort-Apotheken als »tragender Pfeiler unseres Gesundheitswesens« sei »vielerorts existenzgefährdend geschwächt«, so der Sanacorp-Chef. Die Dynamik bei den Apothekenschließungen findet er besorgniserregend.

Als Genossenschaft will die Sanacorp beim Protest an der Seite ihrer Mitglieder stehen. »Deshalb unterstützen wir den bundesweiten Protesttag ausdrücklich und rufen die Politik zum Handeln auf. Die im Koalitionsvertrag zugesagte Erhöhung des Fixums darf kein politisches Lippenbekenntnis bleiben. Sie muss jetzt umgesetzt werden«, so Neuss. Es gehe nicht um Partikularinteressen, sondern um die Stabilität eines systemrelevanten Versorgungsnetzes.

Geplant sind vier regionale Protestveranstaltungen in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München. Die Landesapothekerverbände haben zudem zu Apothekenschließungen am 23. März aufgerufen. Wie die Sanacorp die Proteste vor Ort konkret unterstützen kann, soll nun in Gesprächen mit den Verbänden erarbeitet werden.

Resilienz des Gesundheitssystems

Neuss weiter: »Wer eine umfassende, qualitativ hochwertige und flächendeckende Gesundheitsversorgung politisch will, muss sie auch finanziell ermöglichen.« Zu Recht werde aktuell viel über Resilienz diskutiert, über Versorgungssicherheit und strategische Unabhängigkeit. Das gelte auch für das Gesundheitssystem, in dem eine ausgedünnte Apothekenlandschaft das Versorgungssystem anfälliger mache.

Angesichts großer Herausforderungen wie dem demografischen Wandel, Fachkräftemangel oder steigenden Ausgaben seien stabile, leistungsfähige Strukturen im ambulanten Bereich vonnöten. »Die Sanacorp steht entschlossen an der Seite der Vor-Ort-Apotheken und ruft die Regierungskoalition im Bund dazu auf, ihre vertraglich festgehaltenen Zusagen gegenüber den Apotheken einzulösen – für eine starke, wirtschaftlich stabile und zukunftsfähige Arzneimittelversorgung in Deutschland, für die Menschen in unserem Land«, so Neuss.

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