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Antidepressiva
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Rückfälle nach Absetzen häufiger

Schleichen Patienten ein Antidepressivum nach jahrelanger Anwendung aus, kommt es häufiger zu einer neuen depressiven Episode, als wenn die Einnahme fortgesetzt wird. Eine aktuelle britische Studie mit diesem Ergebnis zeigt aber auch: Nicht wenige Patienten können das Antidepressivum absetzen, ohne erneut krank zu werden.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 08.10.2021  10:00 Uhr
Absetzen oder nicht? Das bleibt Abwägungssache

Absetzen oder nicht? Das bleibt Abwägungssache

Die Aussage der Studie ist somit differenziert zu betrachten; sie stellt weder ein klares »Pro« noch ein eindeutiges »Kontra« für die längerfristige antidepressive Therapie dar. »Unsere Ergebnisse vergrößern die Evidenz dafür, dass eine Langzeittherapie für viele Patienten angebracht ist«, sagt Lewis. »Wir haben allerdings auch gesehen, dass viele Patienten ihre Medikation erfolgreich beenden konnten, wenn diese über zwei Monate ausgeschlichen wurde.« Die Schwierigkeit bestehe darin, dass man momentan noch nicht sagen könne, bei wem das der Fall sei.

Ob es im Einzelfall ratsam ist, ein Antidepressivum langsam abzusetzen, wird also für Ärzte und Betroffene weiter eine Abwägungssache bleiben. Unbedingt berücksichtigt werden sollte dabei, dass Antidepressiva nicht alles sind und dass auch die Psychotherapie bei Depressionen sehr wirksam sein kann. Das betont Seniorautor Professor Dr. Glyn Lewis: »Es gibt auch andere Wege, um Rückfällen vorzubeugen. Dazu gehören die kognitive Verhaltenstherapie und achtsamkeitsbasierte Therapien.«

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