Außenansicht des neuen Roche-Diagnostik-Innovationszentrums in Penzberg in Bayern. / © Philip Kottlorz, Roche
Der Pharmakonzern Roche hat in Penzberg sein neues Diagnostik-Innovationszentrum eröffnet. Wie das Unternehmen mitteilt, hat es rund 300 Millionen Euro in den 23.000 Quadratmeter großen Neubau investiert. Dort sollen rund 1.000 der insgesamt 7.700 Mitarbeiter am Standort eine neue Heimat finden. Unter ihnen befinden sich laut Unternehmensangaben auch Biologinnen und Biologen, Chemikerinnen und Chemiker sowie Expertinnen und Experten für Künstliche Intelligenz.
In Penzberg möchte Roche an In-vitro-Diagnostika für verschiedene Bereiche arbeiten, beispielsweise für die Diagnose von Alzheimer, Multipler Sklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionskrankheiten sowie an spezifischen Testverfahren für die personalisierte Medizin.
Herzstück des Gebäudes sei der vollautomatisierte »Cube« (Würfel), ein zentrales Probenlager, in dem 2,5 Millionen biologische Proben bei minus 80 Grad Celsius gelagert werden. Sie bilden demnach die Grundlage für die Entwicklung neuer Tests, die Optimierung bestehender Verfahren und sorgen dafür, dass Diagnosen zuverlässig, schnell und reproduzierbar sind.
Mit dem neuen Zentrum will das Unternehmen die Hightech-Agenda der Bundesregierung unterstützen. Diese will sechs Schlüsseltechnologien stärken, darunter auch die Biotechnologie.
In Anwesenheit von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Bundesminister des Innern Alexander Dobrindt, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär (alle CSU) und der Geschäftsführung der deutschen Standorte von Roche wurde das Innovationszentrum gestern offiziell eingeweiht.
»Diagnostische Innovation braucht verlässliche Vorgaben, klare Prozesse und koordinierte Rahmenbedingungen – dann stärkt sie Gesundheit, Gesellschaft und die Wettbewerbsfähigkeit Europas«, sagte Alexander Dobrindt laut der Pressemitteilung des Unternehmens. »Diagnostik ist der Ausgangspunkt der modernen Medizin. Je genauer die Diagnostik, desto personalisierter die Therapie«, so Dorothee Bär.
»Unsere Investition in Penzberg ist ein klares Bekenntnis zum Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Deutschland«, sagt der Chef der Roche-Gruppe, Thomas Schinecker. »Indem wir Forschungsideen schneller in die Marktreife überführen, stärken wir gezielt die Wettbewerbsfähigkeit Europas und leisten einen wichtigen Beitrag zur resilienten Gesundheitsversorgung in einem zunehmend volatilen globalen Umfeld.«
Das Diagnostik-Innovationszentrum soll im Juni 2026 vollständig in Betrieb genommen werden.