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Schwangerschaftskomplikationen
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Risiko für Vorhofflimmern im Alter steigt

Schwangerschaftskomplikationen können über die Geburt des Kindes hinauswirken. Neue Daten zeigen, dass auch Jahrzehnte nach der Geburt das Risiko für Vorhofflimmern bei der Mutter erhöht ist.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 06.01.2026  10:30 Uhr
Risiko für Vorhofflimmern im Alter steigt

Während einer Schwangerschaft muss der Körper enorme Leistungen vollbringen. Das kostet Kraft und Ressourcen. Störungen wie Bluthochdruck oder Diabetes treten oftmals während einer Schwangerschaft erstmals zutage. Auch wenn der Körper sich nach der Geburt wieder erholt, können Komplikationen rund um Schwangerschaft und Geburt lange Schatten werfen.

Nun hat ein Team um Dr. Casey Crump vom Texas Health Science Center in Houston unter Zuhilfenahme der Daten des schwedischen Geburtenregisters das Risiko für Vorhofflimmern beleuchtet. Dieses Register dokumentiert die verschiedensten Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen. Anhand persönlicher Identifikationsnummern konnten die Forscher nachvollziehen, ob die Frauen zu einem späteren Zeitpunkt im Leben als Patientinnen in Erscheinung traten – zum Beispiel aufgrund eines Vorhofflimmerns.

Die Kohortenstudie umfasste alle Frauen mit einer Einzelentbindung in Schweden zwischen 1973 und 2015. Die Beobachtungszeit betrug bis zu 46 Jahre, da Vorhofflimmern oft erst im späteren Lebensalter auftritt, wenn eine Geburt bereits Jahrzehnte zurück liegt. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal »JAMA Cardiology« veröffentlicht. 

Assoziation mit Vorhofflimmern

Das Team konnte die Daten von 2,2 Millionen ehemaligen Schwangeren auswerten. Als Schwangerschaftskomplikationen waren Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht, hohes Geburtsgewicht, Präeklampsie, andere hypertensive Erkrankungen und Schwangerschaftsdiabetes erfasst. 39,2 Prozent der Frauen erlitt mindestens eine der genannten Komplikationen.

Die Auswertung belegt ein erhöhten Risiko für das Auftreten von Vorhofflimmern. 51.173 (2,3 Prozent) der Frauen erhielten eine entsprechende Diagnose, das Durchschnittsalter bei Diagnosestellung betrug 63 Jahre.

Für hypertensive Komplikationen, Frühgeburten sowie hohes Geburtsgewicht zeigte sich bereits nach zehn Jahren ein vermehrtes Auftreten von Vorhofflimmern. Die Hazard Ratios (HR) lagen bei 1,69, 1,46 beziehungsweise 1,16. Nach 30 bis 46 Jahren zeigte sich, dass auch ein Schwangerschaftsdiabetes (1,19) und Präeklampsie (1,38) das Risiko für Vorhofflimmern negativ beeinflussen.

Somit erhöhen alle Schwangerschaftskomplikationen – abgesehen von einem niedrigen Geburtsgewicht – im Alter das Risiko für Vorhofflimmern – und zwar unabhängig von familiärer Vorbelastung. Am stärksten ausgeprägt war das Risiko bei Frauen, die während der Schwangerschaft hypertensive Komplikationen erlitten (HR 1,44). Aber auch ein hohes Geburtsgewicht (1,17) sowie eine Frühgeburt (1,11) erhöhten das Risiko für Vorhofflimmern.

In einem zweiten Schritt berechneten die Forscher, wie die Exposition gegenüber einzelnen Schwangerschaftskomplikationen das Risiko für das Auftreten von Vorhofflimmern im Alter bei den betroffenen Frauen beeinflusst. Für die meisten Fälle zeigte sich mit 5,1 Prozent das Auftreten einer Präeklampsie verantwortlich. Niedriges Geburtsgewicht verursachte 3,1 Prozent der Vorhofflimmern-Fälle im Alter, die übrigen Schwangerschaftskomplikationen 2 Prozent.

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