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Apotheken-Reformgesetz
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Rinkert (SPD) will Apotheken sofort stärken

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Daniel Rinkert spricht sich für eine schnelle wirtschaftliche Unterstützung der Apotheken aus. Darin sei sich seine Fraktion einig, sagte er auf der Klausurtagung des Apothekerverbands Nordrhein (AVNR) in Düsseldorf.
AutorKontaktPZ
Datum 03.09.2024  12:46 Uhr

Mit Blick auf die schwierige wirtschaftliche Situation der Apotheken sei sich die SPD-Bundestagsfraktion einig, dass es hier zu Veränderungen kommen müsse, so Rinkert laut einer Mitteilung des AVNR. Der SPD-Bundestagsabgeordnete aus Neuss verdeutlichte in Bezug auf die Vergütung, dass schnell etwas getan werden müsse. »Lösungen, die schnell wirken!«

Die SPD-Fraktion befasst sich Rinkert zufolge demnach auch mit der zentralen Frage, welche Freiheiten Apotheken in ihrem heilberuflichen Handeln erhalten sollen und wie das vergütet werden könnte. Für den »nach vorne gewandten« Austausch mit dem AVNR bedankte sich Rinkert und sicherte zu, die vom Verband in der Diskussion vorgebrachten erheblichen Kritikpunkte zur geplanten Apothekenreform in Berlin vorzutragen – vor allem zur umstrittenen »Apotheke ohne Apotheker« und zur aus seiner Sicht zwingend erforderlichen Honorarerhöhung.

Unterstützung auch von der CDU: Georg Kippels, Obmann der Unionsfraktion im Gesundheitsausschuss und Berichterstatter für Arzneimittel und Apotheken, bekräftigte seine ablehnende Haltung gegenüber der geplanten Apothekenreform. Gerade die »Apotheke ohne Apotheker« werde parteiübergreifend sehr kritisch gesehen.

Gleichzeitig warnte Kippels vor den finanziellen Folgen aufgrund des Skonto-Urteils des Bundesgerichtshofs (BGH). Hier verwies er auf aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen von Apotheken, die er einsehen konnte. Was er da schwarz auf weiß lesen konnte, habe ihn persönlich »erschüttert«, so Kippels.

Der AVNR-Vorsitzende Thomas Preis kündigte an: »Wir werden weiter mit größter Vehemenz gegen die Apothekenreform, so wie sie derzeit von Bundesgesundheitsminister Lauterbach geplant ist, vorgehen, und dabei vor der Gefährdung der Patientenversorgung als Folge von Apotheken ohne Apotheker warnen und dazu aufklären.« Zusätzlich bleibe eine schnelle Honorarerhöhung angesichts der enormen Kostensteigerungen unverzichtbar.

Der Errichtungsbeauftragte des Bundesinstituts für Prävention und Aufklärung in der Medizin (BIPAM), Johannes Nießen, betonte auch mit Blick verfügbare Arzttermine, dass er die Apotheken vor Ort als »erste Anlaufstelle für medizinische Probleme« sehe. Auch das beratende Präventionsangebot wisse er zu schätzen, so Nießen, der in seiner Funktion auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln leitet.

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