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DAPI-Zahl des Monats
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Rezepturen besonders häufig für Kinder und Senioren

Im Jahr 2023 haben die öffentlichen Apotheken insgesamt 4,8 Millionen allgemeine Rezepturen zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hergestellt. Davon waren 1,1 Millionen für Kinder und 1,5 Millionen für Senioren.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 01.03.2024  07:00 Uhr

Die Zahl des Monats des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI) zeigt eindrücklich, welchen Stellenwert die Individualherstellung von Rezepturen in der Apotheke immer noch für die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung hat. Rund 4,8 Millionen allgemeine Rezepturen stellten die Apotheken im vergangenen Jahr zulasten der GKV her. Das entspricht 65 Rezepturen pro 1000 Versicherte. Darunter fallen Cremes und Salben, Zäpfchen, Kapseln, Suspensionen und Lösungen, aber keine parenteralen Zubereitungen wie Chemotherapien. Es profitierten alle Altersklassen, vor allem aber Kinder und Senioren, wie eine Detailauswertung des DAPI zeigt.

So wurden 1,1 Millionen Rezepturen für Kinder bis zu einem Alter von 14 Jahren hergestellt. Das entspricht 110 Rezepturen pro 1000 Versicherte in dieser Altersgruppe – der höchste Anteil. Den mengenmäßig größten Anteil machen die 1,5 Millionen Rezepturen für Patienten ab 65 Jahren aus. Das entspricht 92 Rezepturen pro 1000 Versicherten.

0,15 Millionen Rezepturen waren für Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahre bestimmt, was 45 Rezepturen pro 1000 Versicherten entspricht. Damit erhielt diese Altersgruppe im Schnitt in etwa so viele individuell hergestellte Arzneimittel wie die Erwachsenen zwischen 20 und 64 Jahren (47 Rezepturen pro 1000 Versicherte), auf die die restlichen 2,0 Millionen Rezepturen entfielen.

Mit der Herstellung von allgemeinen Rezepturen würden Apotheken tagtäglich Lücken in der Arzneimittelversorgung schließen, betont das DAPI in einer Mitteilung. Insbesondere für Kinder gebe es abhängig von der Erkrankung und dem Alter nicht immer geeignete Fertigarzneimittel auf dem Markt. Die Probleme hierbei sind neben einer fehlenden Zulassung für Kinder vor allem unpassende Dosierungen und Darreichungsformen. Zudem haben die Apotheken gerade in den letzten zwei Jahren häufig Lieferengpässe von Fertigarzneimitteln für Kinder durch die Herstellung von Rezepturen kompensiert.

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