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Australien
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Regierung verordnet Finanzspritze für Offizinen

Um das Netz der Vor-Ort-Apotheken in Australien zu stärken, hat der Gesundheitsminister des Landes erneut Geld in die Hand genommen. Ziel ist es, dass die Apotheken eine noch zentralere Rolle in der Gesundheitsversorgung spielen.  
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 15.08.2024  16:00 Uhr

Der Unterzeichnung des inzwischen achten sogenannten Community Pharmacy Agreement (8CPA) sind neun Monate zäher Verhandlungen zwischen dem australischen Premierminister Anthony Albanese, dem Gesundheitsminister Mark Butler (beide Labor Party) und der Pharmacy Guild of Australia vorausgegangen.

Die Vereinbarung mit einer Laufzeit von fünf Jahren ist seit Kurzem in Kraft und sieht für den Sektor eine Finanzspritze von insgesamt 26,5 Milliarden Australische Dollar (fast 16 Milliarden Euro) vor. Ziel ist es, für die nächsten Jahre ein »dynamisches und wachsendes Apothekennetz« zu gewährleisten, wie die Pharmacy Guild mitteilte.

Das gemeinsame Engagement für das 8CPA habe vor allem der nationalen Arzneimittelpolitik gegolten, hieß es. Außerdem stärke es die Vor-Ort-Apotheken als »die für die Australier am besten zugängliche Anlaufstelle für die medizinische Grundversorgung«, so der Präsident der Gilde, Trent Twomey.

Neben finanziellen Erleichterungen für die Patienten sieht die Vereinbarung zusätzliche Vergütungen für die Apotheken vor. Unter anderem wird es für die Abgabe eines 60-Tage-Rezepts eine Verwaltungs-, Abwicklungs- und Infrastrukturgebühr geben. Zudem kommt eine 30-prozentige Erhöhung für etablierte Dienstleistungen aus der Apotheke. Dazu zählen etwa Medikamenten-Checks, Hilfen bei Dosisverabreichungen, die gestaffelte Abgabe von Medikamenten sowie weitere Versorgungsprogramme.

Mehr Dienstleistungen aus der Offizin

Erhöht ist nun ebenfalls die finanzierte Obergrenze für die Abgabe von Dosierungshilfen, was insbesondere für kleine Apotheken wichtig war. Statt vormals 60 sind nun 90 solcher Leistungen pro Apotheke pro Woche möglich.

»Die Australier vertrauen ihrem Apotheker vor Ort, dass er sich um ihre gesundheitlichen Bedürfnisse kümmert«, hob Gesundheitsminister Butler nach der Unterzeichnung hervor. Schon vor einigen Wochen hatte er versprochen, jeden einzelnen Dollar, den die Regierung einspare, wieder in Apotheken zurückfließen zu lassen. Sein Bestreben sei es, dass die Apotheker »eine noch zentralere Rolle« in der Gesundheitsversorgung der Australier spielten. Butler ist fest davon überzeugt, dass die Patienten von mehr Dienstleistungen aus der Apotheke profitieren.

Solche Community Pharmacy Agreements zwischen dem Commonwealth und der Pharmacy Guild bestehen bereits seit dem Jahr 1990. In regelmäßigen Abständen finden Anpassungen statt.

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