| Alexandra Amanatidou |
| 25.02.2026 17:42 Uhr |
Heute musste sich Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) den Fragen der Abgeordneten im Bundestag stellen. / © Imago/dts Nachrichtenagentur
Über eine Stunde dauerte die Befragung der Gesundheitsministerin heute im Bundestag. Dabei stellte nur Martin Sichert (AfD) eine Frage zur Apothekenreform und zur Erhöhung des Fixums auf 9,50 Euro, die im Koalitionsvertrag verankert ist. »Wann tun Sie etwas für die Krisenfestigkeit und die Kriegsfestigkeit Deutschlands, indem Sie die Honorare (der Apotheken) auf die benötigten 9,50 Euro anheben?«
»Das Fixum wird nicht in einem Gesetz, sondern in einer Verordnung geregelt«, antwortete die Ministerin. Zum Fixum werde ihr Ministerium eine Regelung vornehmen, sobald das Maßnahmenpaket im Frühjahr vorliegt, mit dem sie die GKV-Finanzen stabilisieren will. Zudem kritisierte die Ministerin die Wortwahl des AfD-Abgeordneten. Dieser hatte die Apotheken als »dezentrale Medikamentenlager« bezeichnet. »Ich betrachte die Apotheken nicht als Medikamentenlager, sondern als wirklich niedrigschwellige Anlaufstelle mit vielen guten Beratungsleistungen für unsere Bürgerinnen und Bürger.«
Auch über das Primärversorgungssystem und die Rolle der Apotheken wurde diskutiert. Das Primärversorgungssystem soll Patientinnen und Patienten eine Ersteinschätzung durch den Hausarzt, digital oder über die 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigung, ermöglichen. So soll entschieden werden, ob ein Besuch beim Facharzt nötig ist und wie schnell dieser erfolgen soll. Die Idee ist, dass anschließend eine Garantie für Facharzttermine gegeben wird.
»Künftig wollen wir die Aufgaben auf mehr Schultern verteilen«, sagte die Ministerin. Damit ist gemeint, dass Praxen aus Teams bestehen, die mehrere Aufgaben erledigen können. »Auch die Apotheken sollen mehr in die Primärversorgung eingebunden werden«, sagte Warken und nannte das Impfen, die Beratung und die pharmazeutischen Dienstleistungen als Beispiele. Schließlich sollen Apothekerinnen und Apotheker gemäß dem Koalitionsvertrag zu Heilberufen werden. »Es erfordert ein Umdenken, aber wir können gut vorankommen«, so ihr Fazit.