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ABDA zum ApoRG
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Reform ist »Trojanisches Pferd«

Als »Trojanisches Pferd« hat ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening den Referentenentwurf zu einem »Gesetz für eine Apothekenhonorar- und Apothekenstrukturreform« (ApoRG) bezeichnet. Die Pläne gefährdeten die Versorgung.
AutorKontaktPZ
Datum 12.06.2024  16:36 Uhr

Der heute über die FAZ bekannt gewordene Entwurf einer sogenannten Apothekenreform bedrohe die Arzneimittelversorgung der Menschen, sei keine Weiterentwicklung der apothekerlichen Tätigkeit, sondern komme einem Trojanischen Pferd gleich, so Overwiening. »Das ist kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt in der Versorgung der Patientinnen und Patienten.«

Kritisch sieht die ABDA vor allem die Pläne, dass die Abgabe von Medikamenten künftig auch ohne Anwesenheit eines Apothekers gestattet sein soll – Stichwort PTA-Vertretung. »Das ist ein schwerer Tabubruch! Einrichtungen ohne Apothekerinnen oder Apotheker sind keine Apotheken. Da hilft es auch nicht, wenn ein Apotheker oder eine Apothekerin für ein paar Stunden pro Woche vorbeischaut«, so Overwiening.

Mit solchen »Abgabestellen auf niedrigstem Niveau« kürze Lauterbach de facto Leistungen - trotz anderslautender Versprechungen. »Mit dieser Idee wird die Versorgung bagatellisiert und abgewertet – und mit nicht verantwortbaren Risiken für die Patientinnen und Patienten belastet«, so Overwiening.

An der geplanten Honorarumstellung kritisierte die ABDA-Präsidentin, dass kaum weiteres Geld in das bereits seit Jahren unterfinanzierte System komme. »Hier fehlt es an jeglicher schneller Unterstützung.« Die Apotheken warteten schon lange auf eine bessere Honorierung, mehr Entscheidungskompetenzen, weniger Bürokratie und eine digitale Weiterentwicklung der apothekerlichen Aufgaben.

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