| Alexander Müller |
| 04.03.2026 09:05 Uhr |
Versender Redcare steigert den Umsatz um 24 Prozent, hat aber 2025 wieder einen Nettoverlust in den Büchern. / © Redcare Pharmacy
In den veröffentlichten Zahlen weist Redcare zwar ein bereinigtes EBITDA von 57,4 Millionen Euro und eine bereinigte EBITDA-Marge lag 2 Prozent aus, mit Abschreibungen stehen aber ein EBIT von -28,5 Millionen Euro und ein Nettoverlust von -39,4 Millionen Euro zu Buche. 2025 wurden 118,6 Millionen Euro investiert.
Mit der Einführung des E-Rezepts und dem eigens für die Versender eingeführten Card-Link-Verfahren konnten die EU-Versender im Rx-Geschäft Fuß fassen. Redcare erwirtschaftete laut den veröffentlichten Zahlen im vergangenen Jahr mehr als 1 Milliarde Euro Umsatz mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, das macht mehr als ein Drittel (36 Prozent) des Gesamtumsatzes aus. Auf Deutschland entfielen davon 503 Millionen Euro.
Im Non-Rx-Geschäft legte der Versender um 15,5 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zu. Allerdings verlangsamte sich das Wachstum im Jahresverlauf und lag im vierten Quartal bei 9,3 Prozent.
Die Zahl der aktiven Kunden stieg laut Redcare im Vergleich zum Jahr 2024 von 12,5 auf 13,9 Millionen. Auch der durchschnittliche Warenkorb habe sich auf 65,98 Euro erhöht (2024: 60,98 Euro).
CEO Olaf Heinrich freut sich, dass der Abstand zu Online-Wettbewerbern ausgebaut wurde. »Mit unseren Investitionen in Automatisierung und Kapazitätserweiterung werden wir unsere Wettbewerbsposition weiter stärken«, so Heinrich. Für 2026 strebt Redcare ein Umsatzwachstum von 13 bis 15 Prozent an, sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 2,5Prozent.
Bei der nächsten Hauptversammlung am 15. April sollen neue Mitglieder in den Aufsichtsrat gewählt werden. Vorgeschlagen sind Anja Hendel, Max Müller und Peter Schmid von Linstow. Björn Söder, Jérôme Cochet und Jaska de Bakker werden aus dem Aufsichtsrat ausscheiden.
Hervorzuheben ist auf der Liste der Kandidaten Max Müller, aktuell Head of Global Public Affairs bei Bayer und zuvor im Vorstand von Doc Morris. Auch Redcare-Chef Heinrich hat eine Vergangenheit beim Konkurrenten, wo er von 2009 bis 2020 CEO war.
Anja Hendel war zuletzt als Geschäftsführerin bei Diconium tätig, einem Partner für digitale Unternehmenstransformation und einem Unternehmen der Volkswagen-Gruppe. Peter Schmid von Linstow war schon bei Unternehmen wie Visable, Parship, eBay und AutoScout24. Die Hauptversammlung muss die drei neuen Kandidaten allerdings erst noch bestätigen.