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Versandhandel
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Redcare schreibt 20 Millionen Euro Verlust

Versender Redcare schreibt wegen seiner Marketingaktivitäten für das E-Rezept weiter rote Zahlen. Im dritten Quartal sank das Ergebnis (Ebitda) um rund vier Millionen auf 11,4 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten 2024 steht ein Minus von 20,1 Millionen Euro zu Buche. Die Marge verschlechterte sich um 1,2 Prozentpunkte auf 2 Prozent.
AutorKontaktPZ
Datum 05.11.2024  08:32 Uhr

Redcare selbst verweist auf das starke Umsatzwachstum um 34 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro von Januar bis September. Allerdings fiel das Umsatzwachstum im dritten Quartal mit 21 Prozent (575 Millionen Euro) etwas schwächer aus.

Im Geschäft mit nicht verschreibungspflichtigen Produkten legte Redcare um 20 Prozent auf 383 Millionen Euro zu, der Rx-Umsatz kletterte um 23 Prozent auf 191 Millionen Euro. Hier zeigt der Vergleich im Neunmonatszeitraum deutlichere Effekte der Einführung des E-Rezepts: Die Umsätze stiegen um 80 Prozent auf mehr als 518 Millionen Euro.

Card-Link-Effekt in Deutschland

Allein in Deutschland hat Redcare mit verschreibunspflichtigen Arzneimitteln nach eigenen Angaben 69 Millionen Euro in Q3 umgesetzt – 81 Prozent über Vorjahr. Im vierten Quartal erkennt der Versender bereits eine »Beschleunigung des Wachstums auf über 130 Prozent im Oktober«.

Redcare hat heute die endgültigen Umsatz- und Ergebniszahlen für das dritte Quartal veröffentlicht, die bereits Anfang Oktober kommuniziert wurden. CEO Olaf Heinrich kommentiert: »Wir verzeichnen einen großen Zuspruch für das elektronische Rezept in Deutschland – sowohl bei Neu- als auch bei Bestandskunden. Bereits heute nutzen rund 90 Prozent unserer E-Rezept-Kunden den vollständig digitalen Einlöseweg mittels CardLink und unserer App.«

Gemessen am Umsatzvolumen hat Redcare nach eigener Aussage seinen Rx-Marktanteil in Deutschland in diesem Jahr von 0,27 auf geschätzt 0,55 Prozent verdoppelt. Die Marketingaktivitäten sollen im vierten Quartal nochmals intensiviert werden, kündigte CFO Jasper Eenhorst an.

Mit einem bereinigten Ebitda von 38,2 Millionen Euro erzielte Redcare eine Ebitda-Marge von 2,3 Prozent. Im Berichtsjahr haben sich aber die Abschreibungen von 39 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2023 auf 50,5 Millionen Euro erhöht. Insgesamt steht ein Konzernergebnis von -20,1 Millionen Euro.

Als Prognose für das laufende Jahr strebt der Versender einen Konzernumsatz 2,35 bis 2,5 Milliarden Euro an und eine bereinigte Ebitda-Marge von 1,2 bis 2,2 Prozent an. Um den österreichischen Markt künftig besser versorgen zu können, baut Redcare ein Logistikzentrum in Tschechien. Spatenstich war am 30. Oktober.

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