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Neuer VDARZ-Vorstand
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Rechenzentren stärken Verband 

Der Bundesverband Deutscher Apothekenrechenzentren (VDARZ) stellt sich neu auf. Mit erweitertem Vorstand und gewichteten Stimmen in der Mitgliederversammlung will der Verband schlagkräftiger werden. Auch der Austausch mit dem Deutschen Apothekerverband (DAV) soll intensiver werden.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 02.05.2024  13:00 Uhr

Nach der Gründung im März 2018 war die Stimmverteilung im Verband zwar demokratisch, aber nicht besonders repräsentativ: Jedes Mitglied hatte genau eine Stimme, sodass die »kleinen« Vertreter bei Vorstandswahlen oder fachlichen Abstimmungen de facto eine Mehrheit gegen die großen standeseigenen Rechenzentren hatten.

Dieses Ungleichgewicht mit Blick auf die tatsächlichen Marktverhältnisse wurde im Rahmen der Mitgliederversammlung am 11. April nun korrigiert. Nach dem neuen Modell bekommen die Mitglieder für je 1000 abrechnende Kunden eine weitere Stimme, bis zu einer Höchstzahl von drei Stimmen.

Das Maximum erreichen die drei großen Rechenzentren, das Digitale Rezept Zentrum (Pharmatechnik) hat zwei Stimmen, die anderen neun Mitglieder jeweils eine. Wichtige inhaltliche Beschlüsse müssen aber laut Satzung ohnehin mit Dreiviertelmehrheit beschlossen werden.

Hammer neuer Vorsitzender

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde zudem eine Erweiterung des Vorstands beschlossen. Bernd Hammer vom ARZ Darmstadt wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Stephan Dittus vom Abrechnungszentrum Dr. Güldener wurde ebenso neu in den Vorstand gewählt. Klaus Henkel (ARZ Haan) und Thomas Friedrich (NARZ/AVN) bleiben im Amt, sodass der Vorstand jetzt aus vier Köpfen besteht.

Vor allem mit der Berufung Hammers an die Spitze des Verbands soll die Verbindung zum DAV gestärkt werden. Der Chef des ARZ Darmstadt war bis 2021 Geschäftsführer des Landesapothekerverbands Rheinland-Pfalz und führt bis heute die wirtschaftende Tochter LAVG.

Gemeinsame Standards mit ADAS

Mit gebündelten Kräften sollen jetzt vor allem die Herausforderungen des E-Rezepts angegangen werden. In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Deutscher Apotheken-Softwarehäuser (ADAS) sollen weitere Standards für die Branche geschaffen werden.

In Zeiten einer schnell voranschreitenden Digitalisierung ist es aus Sicht des VDARZ unabdingbar, »gemeinsame Schnittstellen und technische Standards zwischen Warenwirtschaftssystemen und Apothekenrechenzentren zu schaffen, um ›Insellösungen‹ zu vermeiden und hier ein größtmögliches Maß an Zusammenarbeit herzustellen«.

Die Rechenzentren wollen außerdem die Zusammenarbeit mit den Abrechnungsstellen der Krankenkassen optimieren. »Der VDARZ wird sich in Absprache mit dem Deutschen Apothekerverband und den Landesapothekerverbänden verstärkt bei Anpassungen und Gestaltung von Verträgen und Abläufen einbringen, um die technische Abwicklung zu sichern«, so die beschlossene Zielsetzung.

In den Reihen des VDARZ fehlt allerdings noch immer die VSA (Noventi). Der Marktführer hatte sich bei der Gründung gegen eine Beteiligung entschieden und nimmt aktuell über eine Beteiligung an der Technischen Kommission des DAV direkt Einfluss. Versuche einer nachträglichen Integration in den VDARZ sind in der Vergangenheit, aktuell scheint es aber wieder Bewegung in der Sache zu geben.

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