11 Prozent der 16- bis 29-Jährigen bezeichneten sich in einer aktuellen Erhebung als regelmäßige Raucher – im Jahr 2020 waren es nur 6 Prozent.
Ausgerechnet unten Jungen steigt der Raucheranteil. Jüngste Statistiken zeigen: 11 Prozent der 16- bis 29-Jährigen bezeichneten sich als regelmäßige Raucher, im Jahr 2020 seien es nur 6 Prozent gewesen, berichtete die Funke Mediengruppe über eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH). «Dass vor allem junge Menschen wieder mehr und vor allem regelmäßig rauchen, ist besorgniserregend», so Michael Falkenstein, KKH-Experte für Suchtfragen.
Doch was tun? Der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Burkhard Blienert, spricht sich für weitere Werbeeinschränkungen aus. «Die kostenlose Abgabe von Erhitzern, E-Zigaretten und Vapes sollte ebenso der Vergangenheit angehören wie Werbung auf Plakaten und Sponsoring durch die Nikotinwirtschaft.»
Mit Blick auf den Schutz vor Tabakqualm und schweren Folgeerkrankungen ist Deutschland nach Ansicht von Experten nicht gerade ein Vorbild. Zwar gibt es bereits viele Rauchverbote etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Behörden – aber im internationalen Vergleich schneiden viele Staaten im Kampf gegen Zigaretten & Co. besser ab.
Beispiel Supermärkte: Noch immer können Tabakprodukte hierzulande problemlos gekauft werden, ebenfalls an Kiosken oder in Tankstellen. Viele andere Länder sind da schon weiter oder haben zumindest konkrete Pläne, wann ein Verbot umgesetzt werden soll. So dürfen etwa ab kommenden Jahr niederländische Supermärkte generell keine Zigaretten und anderen Tabak mehr verkaufen.
Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai nimmt die Diskussion Fahrt auf. Kritiker halten die Tabaksteuer in Deutschland für zu gering. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nannte Deutschland gar eines der «Sorgenkinder» weltweit. Erst 2022 war – erstmals seit sieben Jahren – wieder eine stufenweise Tabaksteuererhöhung in Kraft getreten. Im selben Jahr sank die Menge der versteuerten Zigaretten laut Statistischem Bundesamt um 8,3 Prozent auf 65,8 Milliarden Stück.
Ein Grund dürfte den Statistikern zufolge die Tabaksteuererhöhung sein, doch viele Gesundheitsexperten halten das nicht für ausreichend und verweisen auf Australien: Dort kostete 2022 eine Packung Zigaretten im Schnitt mehr als 27 Euro, in Deutschland waren es rund 7. «Wir wissen, dass hohe Preise weniger Raucher bedeuten», so Rüdiger Krech, WHO-Direktor für Gesundheitsförderung.