| Cornelia Dölger |
| 18.02.2026 09:16 Uhr |
Nojan Nejatian, Apothekeninhaber aus dem hessischen Erzhausen, plädiert für eine Zusammenarbeit von PTA-Schulen und Kammer. / © Heegbach-Apotheke
Nejatian ist Delegierter von Apothekerkammer und -verband Hessen, seit gut einem Jahr Fortbildungsbeauftragter der LAK für seine Region, zudem Fachsprachenprüfer und seit Langem in der Integration ausländischer pharmazeutischer Fachkräfte engagiert. Entsprechend intensiv setzt sich der Inhaber der Heegbach-Apotheke mit Ausbildungs- und Anerkennungsfragen auseinander.
Schwierigkeiten sieht er insbesondere bei der Anerkennung ausländischer PTA-Abschlüsse, wie er der PZ berichtet. Aus seiner Sicht dauern entsprechende Verfahren in Hessen teilweise sehr lange. So schildert Nejatian den konkreten Fall einer PTA, die ihre Ausbildung in Serbien absolviert hat und deren Abschluss in Hessen bislang nicht anerkannt wurde. Für die Betroffene bedeute dies, entweder zusätzliche Ausbildungszeit aufzubringen oder zwischenzeitlich in einem anderen Berufsbild zu arbeiten.
Für praktische Verbesserungen sorgen möchte Nejatian auch bei der inländischen PTA-Ausbildung. Für beide Verfahren ist das HLfGP zuständig. Nejatian schlägt vor, dass die PTA-Schulen verstärkt mit der hessischen Apothekerkammer kooperieren sollten, um deren fachliche Expertise zu nutzen. »Ein strukturierter und kontinuierlicher Austausch könnte schnell, unbürokratisch und nachhaltig zur Qualitätsentwicklung der PTA-Ausbildung beitragen«, so Nejatian. Perspektivisch sollten die PTA-Schulen zum Beispiel regelmäßig über Kammerfortbildungen informiert werden. Eine fachliche Anbindung an die Kammern erscheine ihm folgerichtig.
Nejatian verweist vor diesem Hintergrund auf die hohe Arbeitsbelastung der Behörde. Dort müssten zahlreiche komplexe Verfahren bearbeitet werden, was sich aus seiner Sicht auch auf die Bearbeitungsdauer auswirkt. Anerkennungsverfahren, die sich über viele Monate oder sogar Jahre hinziehen, seien keine Seltenheit.
Das HLfGP betont seinerseits, dass die Antragsprüfung aus Patientenschutzgründen gründlich zu erfolgen habe und daher zeitaufwändig sein könne. Um festzustellen, ob die im Ausland absolvierte Ausbildung der deutschen entspricht, gebe es eine Gleichwertigkeitsprüfung. An diese sei das HLfGP gebunden. Wenn Gleichwertigkeit bestehe, könne direkt eine Berufserlaubnis erteilt werden, so eine HLfGP-Sprecherin zur PZ.
Oftmals seien aber »Anpassungsmaßnahmen« nötig, etwa Lehrgänge. Zudem müssten für die individuellen Prüfungen häufig zusätzliche Unterlagen eingereicht werden, zudem nehme die Suche nach Schul- oder Praktikumsplätzen sowie Prüfungsterminen viel Zeit in Anspruch.
»Vom vielfach beschworenen Bürokratieabbau scheint hier bislang wenig angekommen zu sein«, meint Nejatian dazu. Vor dem Hintergrund dringend benötigter Fachkräfte plädiert der Inhaber »für effizientere und klarere Verfahren«.
Die Kammer Hessen habe etwa für die PTA-Ausbildung bereits konkrete Unterstützung angeboten. So habe die Delegiertenversammlung Mitte vergangenen Jahres eine Resolution verabschiedet, in der dem HLfGP Unterstützung und Support angeboten wurde – bislang aber ohne Resonanz seitens der Behörde, so Nejatian.
Es sei wichtig, qualifiziertes Fachpersonal zeitnah in die Versorgung zu integrieren, appelliert er. Das Thema sei politisch bereits mehrfach aufgegriffen worden. Strukturelle Anpassungen könnten konkrete Verbesserungen bringen.