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ABDA-Präsident fordert Sofortprogramm
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Preis sieht CDU in der Pflicht

ABDA-Präsident Thomas Preis hofft auf eine schnelle Regierungsbildung und ein Sofortprogramm für die Apotheken. Die Apothekerschaft werde mit einem eigenen Zukunftskonzept an die neue Regierung herantreten, erklärte Preis im Interview mit der Pharmazeutischen Zeitung (PZ).
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 24.02.2025  10:50 Uhr

Da die Union aller Voraussicht nach mit nur einer Partei koalieren muss, hofft Preis auf eine wenig komplizierte Regierungsbildung, »auch wenn die SPD natürlich klare Forderungen stellen wird«. Aber eine Zweier-Koalition sei sicherlich einfacher zu knüpfen als eine Dreier-Koalition. Dass es wohl so kommt, liegt auch daran, dass die FDP den Wiedereinzug in den Bundestag verpasst hat. Als Partei mit langer Tradition würden die Liberalen im Parlament natürlich fehlen, so Preis.

In einer Koalition aus Union und SPD könnte theoretisch auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach im Amt bleiben. Preis kennt den SPD-Politiker schon lange – zumal der ABDA-Präsident seine beiden Apotheken in Köln betreibt – Lauterbachs Wahlkreis. »Wir werden natürlich weiter Kontakt halten, egal ob er Gesundheitsminister wird oder nicht. Man kann davon ausgehen, dass er bei einer neuen Großen Koalition, auch wenn er nicht der Gesundheitsminister ist, bei der Gesundheitspolitik ein erhebliches Wort mitreden wird«, so Preis.

ABDA erwartet ein Sofortprogramm für Apotheken

Ob die CDU, CSU oder SPD das Bundesgesundheitsministerium übernimmt, ist für Preis nicht so entscheidend, sondern »was durchgesetzt wird«. Von den Parteien habe die Apothekerschaft im Vorfeld sehr viel Positives gehört. »Und jetzt kommt es darauf an, dass die Parteien das auch umsetzen. Eine besondere Verantwortung hat dabei natürlich die CDU als größte Partei. Es ist Aufgabe der CDU, die gesetzten Ziele bezüglich der Arzneimittelversorgung durch Apothekerinnen und Apotheker in den öffentlichen Apotheken jetzt auch gezielt umzusetzen«, so Preis.

Die ABDA erwarte ein Sofortprogramm, mit dem den Apotheken ganz klar finanziell weitergeholfen wird. »Eins ist ganz klar: Wir brauchen eine wirtschaftliche Stärkung, aber wir werden auch handfeste Angebote machen, denn auf die Gesundheitspolitik läuft eine ganz große Welle zu, Stichwort demografischer Wandel. Wir werden immer mehr alte Menschen bekommen. Gleichzeitig sind im Gesundheitswesen nicht mehr so viele tätig. Wir haben immer weniger Hausarztpraxen und wir wollen als Apotheke dort eine ganz klare Unterstützung geben durch unser niedrigschwelliges Angebot«, so Preis.

Die Apothekerinnen und Apotheker als Heilberufler mit großer Expertise könnten im Bereich der Primärversorgung neue Akzente setzen. Beispielsweise könnten die Apotheken mehr Impfungen oder Präventionstests auf Körperfunktionen durchführen. Prävention müsse viel früher anfangen und dafür stünden Apothekerinnen und Apotheker zur Verfügung.

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