Transdermalen therapeutischen Systeme gewähren eine gleichmäßige Freisetzung des Wirkstoffs – sofern man einige Dinge beachtet. / © Adobe Stock/Sherry Young
Sie geben zum Beispiel Schmerzmittel, Nikotin oder Hormone gleichmäßig an den Körper ab: Wirkstoffpflaster sind wie Mini-Labore auf der Haut. Damit sie so gut und einfach wirken, wie sie sollen, muss man diese sogenannten transdermalen therapeutischen Systeme (TTS) richtig anbringen. Darauf weist die Apothekerkammer Niedersachsen die Öffentlichkeit in einer Pressemeldung hin.
Fehler können dazu führen, dass ein Medikament überdosiert wird oder nicht richtig wirkt. Auf folgende Dinge sollten Sie achten, wenn Sie solche Pflaster nutzen:
Die Applikation des Pflasters beginnt mit dem Öffnen der Packung. Wer diese aufschneidet und nicht entlang der Perforation aufreißt, kann das Pflaster beschädigen. Das könnte den Freisetzungsmechanismus zerstören, sodass zu viel oder zu wenig Wirkstoff abgegeben wird. Ebenso wenig darf ein Pflaster zerschnitten werden, weil man die Dosis halbieren will. Verwendet werden dürfen nur intakte Pflaster.
Zunächst muss eine passende Hautstelle für das Pflaster gefunden werden. Die Haut darf nicht verletzt oder eingecremt sein, auch Körperstellen mit Ekzemen, Allergien, Tattoos oder Narben sind ungeeignet. Stattdessen sollte die Stelle trocken, sauber, unverletzt und möglichst haar- und fettfrei sein. Wenn nötig, vor dem Pflasterkleben mit Wasser waschen und trocken tupfen.
Gute Stellen für ein Wirkstoffpflaster sind je nach Präparat der Rücken, Oberkörper, ein Oberarm oder die Hüfte. Erst die Schutzfolie abziehen. Das Pflaster wird bis zu 30 Sekunden fest auf den Körper gedrückt, ohne die Klebefläche zu berühren. Danach die Hände gründlich waschen.
Auf keinen Fall sollte man mehrere arzneimittelhaltige Pflaster gleichzeitig auf den Körper kleben. Sonst können die Wirkstoffmengen im Körper unkontrolliert ansteigen.
Ist das Pflaster aufgeklebt, gilt es, ein paar Dinge zu beachten: Duschen und Baden ist mit Pflaster meist erlaubt, aber nur bei niedriger Wassertemperatur. Denn Hitze kann die Wirkstoffaufnahme verstärken. Sauna und Solarium sowie Sonnenbäder sind daher tabu. Auch Wärmflasche oder Heizkissen sollten nicht direkt an die Klebestelle oder in deren Nähe kommen. Genauso kann Fieber über 38,5 Grad die Aufnahme gefährlich steigern.