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Apokix-Umfrage
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Positives Feedback beim E-Rezept – trotz Hürden

Laut der aktuellen Apokix-Umfrage des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln stufen 65 Prozent der Befragten ihre bisherigen Erfahrungen mit dem E-Rezept als positiv ein. 70 Prozent sehen jedoch weiterhin Aufklärungsbedarf auf Seite der Patienten und Patientinnen.
AutorPZ
Datum 26.05.2025  15:15 Uhr

Das E-Rezept findet seit etwa 1,5 Jahren in allen deutschen Apotheken Anwendung. Die aktuelle Ausgabe des Apothekenkonjunkturindex (Apokix) des IFH Köln hat untersucht, welche Erfahrungen Apothekeninhaberinnen und -inhaber seit Einführung gemacht haben. Das erste Fazit fällt laut der Umfrage zufriedenstellend aus: 65 Prozent der befragten Apotheker und Apothekerinnen blicken auf positive Erfahrungen mit dem E-Rezept zurück.

Dennoch besteht laut 70 Prozent der Befragten weiterhin Aufklärungsbedarf auf der Seite der Patientinnen und Patienten, heißt es in einer Mitteilung. Zudem wünschen sich 55 Prozent der Umfrageteilnehmenden, dass das E-Rezept zeitnah auch für Privatversicherte verpflichtend umgesetzt wird.

Rezept einlösen: Die beliebtesten Wege in der Apotheke

Etwa 86 Prozent der Kunden und Kundinnen verwenden laut Umfrage zum Einlösen des E-Rezepts ihre elektronische Gesundheitskarte (EGK). Signifikant weniger Kundschaft bringt den gedruckten QR-Code mit (9 Prozent) – nur etwa 5 Prozent verwenden bislang E-Rezept-Apps. Die Einlösung des E-Rezepts über eine App funktioniert nach Angaben der Befragten im Vergleich zu den anderen Optionen im Durchschnitt nur befriedigend, während die EGK und der QR-Code durchschnittlich gut performen.

Probleme bei der Einlösung des E-Rezepts ergeben sich den Befragten zufolge generell besonders häufig aus einer verzögerten Bereitstellung des E-Rezepts (93  Prozent), durch Ausfüllfehler in den Arztpraxen (47 Prozent) und infolge von Problemen mit der Telematikinfrastruktur (38 Prozent).

Apotheken zwischen digitaler Chance und wachsendem Druck

Neben den überwiegend positiven Erfahrungen sprechen aus Apothekensicht weitere Punkte für den Einsatz von E-Rezepten, vor allem beim Thema Sicherheit. Viele begrüßen den stärkeren Schutz vor Rezeptbetrug (81 Prozent) und die Vermeidung von Abgabefehlern (77 Prozent).

Das E-Rezept stellt die Apothekerschaft aber auch vor Herausforderungen: Neben den diversen Schwierigkeiten bei der Umsetzung beobachten die Befragten einen zunehmenden Wettbewerb mit Versandapotheken, der durch das E-Rezept befeuert werde (93 Prozent) und einen erhöhten Aufwand in puncto Datenschutz (61 Prozent) darstellt.

112 Apothekeninhaber und Apothekeninhaberinnen wurden für die Untersuchung online befragt.

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