Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Koalitionsverhandlungen
-
Pille und Kondome könnten kostenlos werden

Wie die »Bild«-Zeitung berichtet, planen Union und SPD, Verhütungsmittel wie die Pille oder Kondome kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Das geht aus dem Ergebnispapier der Arbeitsgruppe Familie hervor. Die Abgabe von Verhütungsmitteln soll »solidarisch finanziert« werden.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 27.03.2025  11:30 Uhr

Im Ergebnispapier der Arbeitsgruppe für »Familie, Frauen, Jugend, Senioren und Demokratie« ist zu lesen, dass Union und SPD die Verhütungsmittel Pille und Kondom kostenfrei werden sollen. Das berichtet die Bild-Zeitung. Im Wortlaut heißt es in dem Papier im Bereich der unstrittigen und damit bereits abgestimmten Punkte: »Für uns gehört der Zugang zu Verhütungsmitteln zu einer verlässlichen Gesundheitsversorgung, deswegen prüfen wir die Möglichkeit einer solidarisch finanzierten Abgabe von Verhütungsmitteln für Frauen und Männer.« 

Bisher ist es in Deutschland so geregelt, dass Frauen, die 22 Jahre und älter sind, hormonelle Kontrazeptiva vollständig selbst bezahlen müssen. Eine Packung für drei Monate kostet je nach Präparat zwischen 20 und 40 Euro. Laut Pro Familia kosten Kondome in Normalpackungen (8 bis 12 Stück) etwa 60 Cent pro Stück. Wer sexuell aktiv sei, könne bei einer Umsetzung des Plans von CDU/CSU und SPD auf das komplette Jahr gerechnet etwa 100 Euro sparen, rechnet die »Bild« vor. 

Eventuell orientieren sich Union und SPD an unserem Nachbarland: In Frankreich erhalten seit 1. Januar 2023 alle 18- bis 25-jährigen kostenlos Kondome in der Apotheke. Die potenziellen Koalitionäre wollen zudem die Forschung und Entwicklung von Verhütungsmitteln für Männer unterstützen.

Mehr von Avoxa