| Melanie Höhn |
| 09.02.2026 12:10 Uhr |
Überlegungen beispielsweise zu einem verschärften Preiswettbewerb bei patentgeschützten Arzneimitteln, einer erneuten Verschärfung der Preis-Mengen-Regelung, einem Modell exklusiver Rabattverträge für Biosimilars oder zur faktischen Rückabwicklung des Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetzes (ALBVVG), wie sie aktuell zur Diskussion stehen, würden in die falsche Richtung weisen. »Zumal die pharmazeutische Industrie bereits eine erheblichen Sparbeitrag zur GKV-Finanzierung leistet und in den vergangenen Jahren wiederholt Objekt von Sparmaßnahmen war«, erklärten die Verbände. Zweifelsohne sei die GKV-Finanzierung eines der drängenden sozialpolitischen Probleme; hier brauche es jedoch nachhaltige und strukturelle Reformen »an geeigneter Stell«e, um das System zukunftsfest zu machen.
Dennoch sind die fünf Verbände »in Anbetracht des ambitionierten Vorhabens der Koalition, Deutschland zum weltweit führenden Biotechnologiestandort zu entwickeln« weiterhin zuversichtlich, dass der Dialog und die Pharmastrategie erfolgreich sein können.
Bislang hätten die Verbände keine Kenntnis darüber, wie ihre Stellungnahmen und Diskussionen politisch reflektiert und bewertet würden. »Ein klarer Fahrplan zum weiteren Prozess ist erforderlich, von dem Verlässlichkeit und Planbarkeit ausgehen«, hieß es weiter. Die konkrete Weiterentwicklung der Pharmastrategie müsse unter Einbeziehung aller beteiligten Bundesministerien und des Bundeskanzleramts durchgeführt werden.
In Anbetracht der drängenden internationalen Herausforderungen, aber auch der wirtschaftlichen Lage, bedürfe es positiver Signale: »Die Chance ist da, grundlegende Reformen einzuleiten für eine starke Schlüsselindustrie aus Pharma, Biotech und Medtech sowie eine verlässliche und zukunftsfähige Arzneimittelversorgung«, erklärten die Verbände weiter.