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Schreiben an Warken
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Pharmaindustrie fordert »entschlossenes Handeln«

Angesichts globaler Herausforderungen warnen fünf Pharma- und Biotechnologieverbände in einem Brief an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) vor »epochalen Problemlagen« und fordern einen ganzheitlichen, ressortübergreifenden Ansatz.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 09.02.2026  12:10 Uhr

In einem Brief an Nina Warken machten Bork Bretthauer (Pro Generika), Dorothee Brakmann (Pharma Deutschland), Han Steutel (vfa), Kai Joachimsen (BPI) und Viola Bronsema (BIO Deutschland) ihre Sorge darüber deutlich, dass einschneidende globale Herausforderungen, denen Deutschland und Europa gegenüberstehe, noch nicht im Pharmadialog der Bundesregierung enthalten seien. Mitte November 2025 fand der Pharmadialog im Kanzleramt statt, bei dem nicht nur Vertreterinnen und Vertreter der Pharmaindustrie, sondern auch der MedTech-Branche anwesend waren.

Konkret gehe es um bestehende oder drohende Abhängigkeiten von China mit Blick auf kritische Wirkstoffe und Technologien, aber insbesondere auch um die Auswirkungen der amerikanischen Zoll- und Arzneimittelpolitik auf den Standort Deutschland und die Verfügbarkeit von innovativen Arzneimitteln, warnten die Verbände.

»Epochale Problemlagen«

Angesichts dieser »epochalen Problemlagen« ist aus Sicht der Verbände »entschlossenes Handeln jenseits bekannter Denkmuster« notwendig. Um als Land »global wettbewerbsfähig und in der aktuellen Lage souverän und resilient zu sein«, sei ein ganzheitlicher, ressortübergreifender Ansatz nötig. Dieser müsse »zwingend« auch die Marktbedingungen für die pharmazeutische Industrie in Deutschland berücksichtigen.

Weiter heißt es: »Zu unserer Enttäuschung nehmen wir zur Kenntnis, dass im Rahmen unterschiedlicher Arbeitsgruppen verschiedene Sparinstrumente behandelt werden, welche die Arzneimittelversorgung treffen und die Zielsetzung des Dialogs konterkarieren würden.« Zuletzt hätten die Verbände in der vergangenen Legislaturperiode erlebt, zu welchen »erheblichen Verwerfungen und Unsicherheiten« das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz in ihrer Branche geführt habe.

Erst die nationale Pharmastrategie im Jahr 2023 habe wieder Anlass zu Vertrauen und Zuversicht gegeben. »Das Vorhaben zur Fortschreibung dieser Strategie und der gelungene Auftakt zum Pharmadialog haben die Erwartung genährt, dass die Verbesserung der Rahmenbedingungen der gesamten Pharmaindustrie, der forschenden wie auch der generischen, nachhaltig und dauerhaft verfolgt wird«, so die Verbände. »Es wäre bedauerlich, wenn dieser Optimismus enttäuscht würde – zumal angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen.«

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