Pharma Deutschland spricht sich für aus, dass Schnelltests mit In-Vitro-Diagnostika zur Unterscheidung bakterieller und viraler Hals-Rachen-Infektionen in den pDL-Katalog aufgenommen werden. / © PZ/Daniela Hüttemann
Heute war die erste Lesung des ApoVWG im Bundestag. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) versprach im Plenum erneut, dass die geplante Honorarerhöhung auf 9,50 Euro im Rahmen einer Verordnung noch im Frühjahr geregelt werden soll. Pharma Deutschland nutzte die Gelegenheit, um Solidarität mit den Apotheken zu bekunden, aber auch um eigene Interessen zu vertreten und neue Forderungen an die Politik zu stellen.
»Apotheken haben in den vergangenen Jahren vielfach bewiesen, dass ihre pharmazeutische Expertise weit über die Arzneimittelabgabe hinausgeht – beim Impfen, in der Prävention, bei der Beratung zu digitalen Gesundheitsanwendungen«, sagt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland. »Wer bei jeder neuen Kompetenz für die Apotheke reflexartig Zuständigkeitsgrenzen zieht, verschenkt reale Versorgungsgewinne für Patientinnen und Patienten. Mein Appell an die Parlamentarierinnen und Parlamentarier und alle Beteiligten: Lassen Sie uns die Chancen nicht vergeben, weil wir die Risiken zu sehr fürchten.«
Pharma Deutschland begrüße ausdrücklich den im ApoVWG vorgesehenen Ausbau der pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL). Darüber hinaus spricht sich der Verband dafür aus, Schnelltests mit In-Vitro-Diagnostika zur Unterscheidung bakterieller und viraler Hals-Rachen-Infektionen in den pDL-Katalog aufzunehmen.
Die Erweiterung der Impfmöglichkeiten in Apotheken ist aus Sicht des Verbands überfällig. Pharma Deutschland fordert, dass neue STIKO-empfohlene Impfungen ab dem Tag der Anspruchsberechtigung als Sachleistung verfügbar sind, ohne dass Versicherte in finanzielle Vorleistung treten müssen.
»Die im ApoVWG vorgesehene Möglichkeit, in definierten Fällen verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Rezept abzugeben, ist ein Schritt in die richtige Richtung«, schreibt der Verband. Pharma Deutschland plädiert für eine grundlegende Verbesserung des OTC-Switch-Verfahrens: Neben dem bisherigen wirkstoffbezogenen Verfahren will der Verband künftig einen produktbezogenen Switch.
Dieses würde laut dem Verband mehr Arzneimittel aus der Verschreibungspflicht entlassen, Transparenz schaffen und die Planbarkeit für pharmazeutische Unternehmer verbessern. Zudem würde eine Marktexklusivität von mindestens drei Jahren Investitionen in innovative rezeptfreie Arzneimittel »deutlich attraktiver machen«.