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Grandioses zum Jubiläum

Datum 31.01.2000  00:00 Uhr

- Pharmazie Govi-Verlag

Grandioses zum Jubiläum

von Hartmut Morck, Davos

Zum dritten Mal begeisterte der Pianist Bernd Glemser am Mittwochabend die Teilnehmer der Davoser Fortbildungswoche der Bundesapothekerkammer und unterstrich seine Weltklasse in Klavierkonzerten von List und Mozart. Den orchestralen Part übernahm das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim unter Leitung des tschechischen Dirigenten Vladislav Czarnecki. Mit rund 900 Zuhörern erreichte das von der Stada AG unterstützte Konzert zum 30-jährigen Jubiläum des Kongresses einen weiteren Rekord.

Eingeleitet wurde der Konzertabend mit der Sinfonie A-dur KV 201 von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Besetzung des Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim tat dem häufig von großen Sinfonieorchestern vorgetragenen Stück gut. In der kleineren Streicherbesetzung kamen die leisen, grazilen Passagen besser an. Die Zuhörer bedankten sich mit viel Applaus beim von Czarnecki einfühlsam dirigierten Orchester dafür, dass die Feinheiten der Komposition Mozarts nicht, wie so häufig, in dem Klangkörper eines großen Sinfonieorchesters untergingen.

Dem Mozart-Werk folgte die 1903 komponierte Romanze für Streichorchester C-dur op. 42 des 1957 verstorbenen finnischen Sinfonikers Jean Sibelius. Das Orchester verstand es auch bei diesem zeitgenössischem Stück, die Klarheit und nordländische Reinheit der Romanze hervorragend zu interpretieren.

Der Höhepunkt des Konzertabends war das nur selten aufgeführte Stück "Malédiction" für Klavier und Streichorchester von Franz Liszt. Das Werk des jungen Liszt stellt extreme spieltechnische Anforderungen an den Interpreten. Bernd Glemser stellte sich der Herausforderung des Liszt’schen Klavierkonzertes und konnte die pianistische Brillanz und das Feuer Liszts an die Zuhörer weitergeben. Glemser erfüllte nicht das im Programm zum Konzert wiedergegebene Klischée, "es gebe bei Liszt mehr schlechte Spieler als schwache Stücke". Das starke Stück "Malédiction" fand in Bernd Glemser einen starken Interpreten, der die von Liszt mit seiner Musik beschriebenen Bilder und Assoziationen exzellent wiedergeben konnte. Stehende Ovationen waren der Dank des Publikums.

Das Klavierkonzert Es-dur KV 271 von Wolfgang Amadeus Mozart, das der 21-jährige Mozart für die seinerzeit bekannte französische Pianistin Jeunehomme komponiert hatte, führte die Zuhörer wieder in das 18. Jahrhundert zurück. Das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim und Glemser verstanden es hervorragend, den von Mozart beabsichtigten gleichberechtigten Dialog zwischen Orchester und Klavier wiederzugeben.

Ohne Zugaben konnte Glemser die Bühne nicht verlassen. Mit einer Bachvariation und der Arabeske in C-dur op.7 von Robert Schumann bedankte sich Glemser bei seinen begeisterten Zuhörern. Insbesondere die einfühlsame Interpretation der romantischen Arabeske unterstrich die Fähigkeit des Weltklassepianisten, in jeder Stilform zu Hause zu sein. Top

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