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Apothekenprotest
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Phagro kämpft für höheres Fixum – auch für das eigene

Die Großhändler unterstützen den Apothekenprotesttag am 23. März. »Die Apothekerinnen und Apotheker haben den vollversorgenden pharmazeutischen Großhandel an ihrer Seite«, sagte der Phagro-Vorsitzende Marcus Freitag zur PZ.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 18.03.2026  12:52 Uhr

Der Großhandelsverband unterstützt ausdrücklich die Forderung der Apothekerschaft, im Rahmen des laufenden Gesetzgebungsverfahrens zur Apothekenreform das Fixum anzuheben. Politisch zugesagt, aber bislang nicht konkret geplant, ist eine Anpassung von derzeit 8,35 auf 9,50 Euro.

Die Großhändler kämpfen selbst für eine bessere Vergütung. Ihr Fixum liegt derzeit bei 73 Cent pro Packung zuzüglich 3,15 Prozent auf den Herstellerabgabepreis, wobei der Betrag bei 37,80 Euro pro Packung gedeckelt ist. »Die Vergütung von Apotheken muss ebenso wie die des pharmazeutischen Großhandels vor dem Hintergrund dramatisch gestiegener Anforderungen und Kosten dringend erhöht werden«, so Freitag.

Während Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sich mehrfach öffentlich dazu bekannt hat, die Honorarerhöhung der Apotheken per Verordnung zu regeln, sind die Großhändler bislang nicht im Blickfeld der Regierung. Der Phagro fordert eine Erhöhung um mindestens 30 Cent pro Packung.

Nachschärfen bei Verhandlungslösung und Versenderkontrolle

Bereits Teil der Reformpläne ist die Verhandlungslösung. Künftig soll der Deutsche Apothekerverband (DAV) direkt mit dem GKV-Spitzenverband über die Anpassung der Vergütung verhandeln. So sieht es eine Verordnung Warkens vor, die parallel zum Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) beschlossen werden soll und derzeit zur Notifizierung in Brüssel ist.

»Wir sind mit der ABDA auch vollkommen einig, dass die Ausgestaltung der Verhandlungslösung noch einmal gründlich überarbeitet werden muss«, kommentiert Phagro-Chef Freitag. Auch in Bezug auf die Versenderkontrolle müsse die Bundesregierung nachbessern. »Versandfirmen aus dem Ausland und neue Marktteilnehmer wie Drogeriemärkte setzen die Apotheken zusätzlich unter Druck. Die Apothekenreform setzt an dieser Stelle das Versprechen noch nicht um, die Vor-Ort-Versorgung zu stärken«, so Freitag.

Aktionen der Großhändler

Auch die genossenschaftlichen Großhändler Noweda und Sanacorp haben ihre Unterstützung der Proteste erklärt. »Die im Koalitionsvertrag zugesagte Erhöhung des Fixums darf kein politisches Lippenbekenntnis bleiben. Sie muss jetzt umgesetzt werden«, so Sanacorp-Chef Patrick Neuss zur PZ. Die Genossenschaft will bei der Kundgebung in München logistisch unterstützen, Neuss wird darüber hinaus nach Düsseldorf zum Protest fahren.

Die Noweda hat im Vorfeld des Protesttags der Vor-Ort-Apotheken am 23. März als Unterstützung ihre LED-Trucks auf die Reise nach Dresden, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Hamburg und München geschickt. »Für eine flächendeckende und niederschwellige Gesundheitsversorgung sind die lokalen Apotheken essenziell. Deshalb müssen sie nachhaltig gestärkt werden. Das ist die zentrale Aussage unserer Kampagne«, sagte Noweda-Chef Michael Kuck.

 

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