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Pflegende Angehörige
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Pflegeberatung oft unbekannt

Sieben von zehn An- und Zugehörigen, die eine Person mit Demenz pflegen, fühlen sich dadurch hoch oder sehr hoch belastet. Jedoch nutzt nicht einmal jeder Dritte die Pflegeberatung – viele kennen das Angebot gar nicht. Eine Chance für die beratende Apotheke.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 12.07.2024  09:00 Uhr

Pflege hat auch positive Seiten

»Pflegende Angehörige erleben auch positive Effekte, die sich erst durch die Pflegetätigkeit ergeben«, sagte Pendergrass, die das Forschungsprojekt »Benefits of Being a Caregiver« leitet. Um die sogenannten Zugewinne wissenschaftlich valide zu erfassen, hat sie mit Experten zusammen einen Fragebogen entwickelt und mehr als 900 Pflegende befragt. Laut Pendergrass gab es bislang keinen solchen wissenschaftlichen Fragebogen.

Mehr als 60 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen durch die Pflegetätigkeit deutlicher geworden sei, welche Werte ihnen persönlich in ihrem Leben wichtig sind. Mehr als die Hälfte habe »viel dazu gelernt« und mehr als 40 Prozent könnten ihre Zeit besser organisieren, seien verständnisvoller, geduldiger und verantwortungsbewusster geworden, so Pendergrass. »Knapp 85 Prozent der Befragten, die eine Person mit Demenz betreuen, erlebten mindestens einen Zugewinn, aber 15 Prozent gar keinen.«

Erstaunlicherweise war das Erleben der Benefits unabhängig von der erlebten Belastung. In der Beratung könnten diese Zugewinne genutzt werden, um Ressourcen zu stärken, sagte die Psychologin.

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