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Bunt durch Biochemie
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Papageien haben Gen mit Farbregler

Wie bunt ein Papagei ist, entscheidet ein einziges Enzym, das Pigmente umwandelt. Wie eine Studie zeigt, steckt hinter jeder Feder des Vogels ein biochemisches Meisterwerk.
AutorKontaktJennifer Evans
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 05.08.2025  08:00 Uhr

Papageien gehören zu den farbenprächtigsten Vögeln der Welt – doch was genau macht ihr Gefieder so leuchtend gelb, rot oder grün? Die Antwort liegt nicht nur im Pigment Psittacofulvin selbst, sondern auch in seinen feinen chemischen Abstufungen. Eine Studie hat gezeigt: Entscheidend ist die Oxidationsstufe dieses speziellen Pigments. Während gelbe Federn einen hohen Anteil an Carboxylgruppen aufweisen, dominieren bei roten Federn die Aldehydgruppen. 

Verantwortlich für die Farbvariation ist das Enzym Fettaldehyd-Dehydrogenase, das die Umwandlung in Carbonsäuren anstößt – ein chemischer Vorgang, der während der Federbildung in bestimmten Hautzellen, sogenannten Keratinozyten, stattfindet. Eine Punktmutation im ALDH3A2-Gen, das für das Enzym codiert, beeinflusst dessen Aktivität und damit direkt die Farbgebung, etwa beim untersuchten Dusky Lory, einer wild lebenden Papageienart mit gelben und roten Varianten.

Mithilfe von genetischen Karten, Einzelzellanalysen sowie biochemischen Tests konnten die Forschenden bestätigen: Ein einziges Enzym hat das Potenzial, die spektakuläre Gefiederfarben-Vielfalt zu erzeugen.

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