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ABDA-Präsidentin
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Overwiening: Regierungskrise schadet Apotheken

ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening sieht im Bruch der Ampelkoalition ein Risiko für die Apotheken. Mögliche Verzögerungen aufgrund der aktuellen Regierungskrise könnten zu einer weiteren Ausdünnung der Versorgung führen, warnte sie.
AutorKontaktPZ
Datum 07.11.2024  11:10 Uhr

Die AmpekKoalition ist zerbrochen. Nachdem Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gestern Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) entlassen hatte, ist die Regierung zerfallen. Von den FDP-Ministern bleibt nur Verkehrsminister Volker Wissing im Amt – und der ist aus seiner Partei ausgetreten. Das Personalkarussell dreht sich und die allermeisten Gesetzgebungsverfahren der Ampel dürften untergehen.

Das gilt auch für die Reformvorhaben, die die Apotheken direkt betreffen. ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening warnt vor Stillstand: »Die aktuellen Herausforderungen in der Gesundheitspolitik sind riesig – insbesondere im Bereich der Arzneimittelversorgung.« So müssten die Apothekenteams die Patientinnen und Patienten täglich aufgrund der bestehenden Lieferengpässe vertrösten.

Overwiening verwies auf die ungebremst sinkenden Apothekenzahl. Seit Beginn der Ampelkoalition sei ein Rückgang von 6,9 Prozent zu verzeichnen, von 18.461 auf zuletzt 17.187 Apotheken. Das Apothekensystem müsse endlich wirtschaftlich gestärkt werden, fordert die ABDA-Präsidentin.

Ampel kürzte Apothekenhonorar

Die Kosten der Apotheken seien seit 2013 um rund 60 Prozent gestiegen, das Honorar aber nicht erhöht worden. Im Gegenteil, mit der Anpassung des Kassenabschlags habe die Ampelkoalition die Vergütung sogar gekürzt.

»Den Gesundheitspolitikerinnen und -politikern der Ampelkoalition sind diese Fakten bestens bekannt«, so Overwiening. Die ABDA habe wiederholt eine Stabilisierung der Apotheken eingefordert. Und anders als oft behauptet, hätten die Apotheker nicht nur mehr Geld gefordert, sondern konkrete Angebote gemacht, eine stärkere Rolle in der Primärversorgung einzunehmen, beispielsweise durch neue Aufgaben in der Prävention oder im Bereich der Digitalisierung.

»Klar ist, dass die wirtschaftliche Schieflage der Apotheken ein schnelles, politisches Handeln erfordert«, so Overwiening weiter. Die ABDA werde die Stabilisierung der Apotheken sowohl gegenüber der noch amtierenden als auch gegenüber der neuen Bundesregierung deutlich einfordern, kündigte die ABDA-Präsidentin an.

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