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Apothekenprotesttag
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Osthessen mit eigener Kundgebung

Zum Apothekenprotesttag soll es vier regionale Kundgebungen geben: Die Apothekenteams treffen sich in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München. Trotzdem planen Apotheken in Hessen eine zusätzliche Aktion in Fulda.
AutorAlexander Müller
Datum 16.03.2026  12:50 Uhr

Der Hessische Apothekerverband (HAV) unterstützt den Protesttag. Für die zentrale Kundgebung in Düsseldorf bietet der Verband einen kostenlosen Shuttle-Bus an. Abfahrt ist um 7:15 Uhr in Frankfurt am Main mit Zwischenstopp in Limburg. Ein weiterer Shuttlebus des HAV ab Kassel fährt zur weiteren Kundgebung nach Hannover.

Auch der Apothekerverband Nordrhein (AVNR), der die Kundgebung in Düsseldorf veranstaltet, bietet seinen Mitgliedern mehrere Bustransfers an. In Bayern wird es ebenfalls Busse nach München geben, organisiert vom Bayerischen Apothekerverband (BAV).

HAV-Chef Holger Seyfarth sieht in den Protesten ein wichtiges Signal: »Die Belastungsgrenze ist erreicht. Unsere Apotheken sichern täglich die Versorgung vor Ort, stehen wirtschaftlich aber immer stärker unter Druck. Weitere Verzögerungen sind nicht hinnehmbar.« Es müsse jetzt sofort eine »spürbare Anpassung des Apothekenhonorars« geben sowie eine praktikable und rechtssichere Skonto-Regelung.

Seyfarth spricht in Fulda

Am 23. März müsse von Hessen ein »unübersehbares Signal« ausgehen, so der HAV-Vorsitzende. Seyfarth selbst wird allerdings nicht zu einer der zentralen Kundgebungen fahren, sondern in Fulda sprechen. Osthessische Apothekerinnen und Apotheker haben dort zu einer alternativen Veranstaltung geladen. Auch Kammer-Vize Schamim Eckert will dort auftreten.

Der HAV hatte vorab eine Abfrage bei seinen Mitgliedern gemacht. Seyfarth hätte sich eigentlich eine zentrale Kundgebung für alle Apotheken gewünscht, aber die ABDA hat sich für vier regionale Protestaktionen entschieden, um die Lokal- und Regionalpresse zu bespielen und die Anfahrt zu erleichtern.

»Jetzt reicht es nicht mehr, die Lage nur zu beklagen – jetzt müssen wir gemeinsam Präsenz zeigen«, so Seyfarth. »Die große Mehrheit der hessischen Apotheken wird sich deshalb mit einer ganztägigen Schließung am bundesweiten Protesttag beteiligen. Dafür danke ich ihnen ausdrücklich«, so Seyfarth.

Warum der aktuelle Zeitpunkt für die Proteste so entscheidend ist, hatte auch Anke Rüdinger, Vorsitzende des Berliner Apothekervereins und Vize-Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands (DAV), vor Kurzem im Gespräch mit der PZ erläutert. In der neuen Folge von »PZ Nachgefragt« schildert Rüdinger die Hintergründe der Proteste. Auch zu  Apothekenschließungen äußert sie sich.

Auch der HAV-Chef will drei seiner vier Apotheken komplett geschlossen halten. Nur bei seiner Apotheke im Frankfurter Hauptbahnhof seien ihm vertraglich die Hände gebunden, sagte er zur PZ. Trotz mehrfacher Nachfrage beim Vermieter – einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn – dürfe er die Apotheke nicht schließen. Dass ausgerechnet die Apotheke des kampfeslustigen HAV-Chefs am Protesttag offen blieb, hatte Seyfarth schon bei Protesten im Sommer 2024 Kritik eingebracht. Aber Seyfarth befürchtet andernfalls empfindliche Konventionalstrafen oder gar die Kündigung seines Mietvertrags.

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