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04.08. Elektrische Felder unbedenklich
Nach Ansicht der Bundesregierung gehen von deutschen Rundfunk-
und Mobilfunk-Sendern keine nennenswerten Gefahren für die
menschliche Gesundheit aus. In seiner Antwort auf eine Kleine
Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen
begründet das Bonner Umweltministerium diese Aussage mit
fehlenden wissenschaftlichen Erkenntnissen. Hochfrequente
elektromagnetische Felder hätten eine zu geringe Photonenenergie,
um menschliches Erbgut zu verändern. Nach bisherigen Thesen
gingen einer Krebserkrankung stets DNA-Veränderungen voran. Eine
tumorindizierende Wirkung hochfrequenter elektromagnetischer
Felder sei nicht nachgewiesen. Epidemiologische Studien
untersuchten derzeit, ob es einen Zusammenhang zwischen der von
ihnen ausgehenden Strahlenexposition und dem Auftreten bestimmter
Krankheiten gebe. Bisher habe sich kein Beleg für eine
"biologische Wirksamkeit" entsprechender elektromagnetischer
Felder gefunden. Einige Forschungsergebnisse, so räumt das
Ministerium ein, würden allerdings bisher auch nicht vollständig
verstanden.
03.08. 3500 Menschen an Oder und Spree geimpft
Rund 3500 Menschen haben sich im Landkreis Oder-Spree vorsorglich
gegen Hepatitis A und Typhus impfen lassen. Bislang habe es in
dem Hochwassergebiet keinen Erkrankungsfall gegeben, sagte
Amtsärztin Sigrid Richter zum Abschluß der Massen-Impfaktion am
Sonntag. Das Gesundheitsamt des Kreises hatte am Donnerstag in
Brieskow-Finkenheerd, Ratzdorf und Eisenhüttenstadt provisorische
Impfstellen eingerichtet. Das brandenburgische
Gesundheitsministerium hatte Menschen, die mit dem schmutzigen
Hochwasser direkt in Berührung gekommen sind, die vorsorgliche
Impfung empfohlen. Die Impfung, die kostenlos und freiwillig ist,
wird von Montag an nur mehr, in der Nebenstelle des
Gesundheitsamtes in Eisenhüttenstadt angeboten. Der Zustand des
Wassers in der weitgehend überfluteten Ziltendorfer Niederung
habe sich in den vergangenen Tagen nicht grundlegend
verschlechtert, sagte Richter. Eine Seuchengefahr bestehe bislang
nicht, betonte sie.
03.08. Klinikärzte: Zuzahlungsmechanismus sinnlos
Der Klinikärzteverband Marburger Bund hat die neue Koppelung von
Zuzahlungen und Beitragserhöhungen als völlig sinnlos kritisiert
und gefordert, die "Strafsteuer für Kranke" abzuschaffen. Die
Koppelung biete nicht einmal mehr den von Bonn beabsichtigten
"Erziehungseffekt für verschwenderische Kassen", da die
Zuzahlungsregelung erst Monate später greife, erklärte der
Verbandsvorsitzende Frank Ulrich Montgomery am Montag in Köln. Er
reagierte damit auf die Entscheidung von Gesundheitsminister
Horst Seehofer (CSU), daß erst nach Vorlage der Daten zum
Risikostrukturausgleich Anfang 1998 über Zuzahlungserhöhungen
aufgrund von Beitragsanhebungen befunden wird. Der zeitliche
Zusammenhang zwischen "strafbarer Handlung" (Beitragserhöhung)
und der "Strafe" (Zuzahlungserhöhung) sei nicht mehr gegeben,
sagte Montgomery. Damit sei der ohnehin vom Marburger Bund
abgelehnte Zuzahlungsmechanismus völlig sinnlos geworden. Nach
den jüngsten Gesetzesänderungen müssen Kassen die Zuzahlungen
erhöhen, wenn sie ihre Beitragssätze anheben. Dies gilt jedoch
nicht für Beitragserhöhungen, die durch die gesetzlich
vorgeschriebenen Ausgleichszahlungen von reichen an ärmere Kassen
(Risikostrukturausgleich) bedingt sind.
01.08. Impfstoff gegen Lyme-Borreliose
Wissenschaftler am Freiburger Max-Planck-Institut für
Immunbiologie und der Universität Heidelberg entwickelten jetzt
einen Impfstoff gegen Lyme-Borreliose. Die Vakzine steht in den
USA nach einem erfolgreichen Test an 11 000 Personen unmittelbar
vor der Zulassung. Für den Einsatz in Europa muß der Impfstoff
allerdings noch erweitert werden.
31.07. Auch Kinder nehmen Schmerztabletten
Fast die Hälfte aller Kinder im Alter zwischen 12 und 14 Jahren
nehmen Kopfschmerztabletten. Bei einer repräsentativen Umfrage
des Münchner Meinungsforschungsinstituts iconkids & youth gaben
44 Prozent der Befragten dieser Altersgruppe an, daß sie im
vergangenen halben Jahr Schmerztabletten genommen haben.
30.07. Neues Neuroleptikum zugelassen
In Deutschland wurde jetzt ein neuer Wirkstoff zur Behandlung
schizophrener Psychosen zugelassen. Das teilte die Firma Promonta
Lundbeck mit, das atypische Neuroleptikum Sertindol zum 1. August
einführt. Der besondere Vorteil der Substanz bestehe darin, daß
die extrapyramidalen Syndrome (EPS) erheblich seltener auftreten
als bei der Behandlung mit klassischen Neuroleptika. Eine
doppelblinde, placebokontrollierte, siebenarmige Studie zeigte,
daß die EPS unter der Gabe von Sertindol auf Placeboniveau lagen.
Auch die übrigen Nebenwirkungen sind nach Angaben der Firma
vergleichsweise gering. Am häufigsten wurden nasale
Verstopfungen, reduziertes Ejakulatvolumen, Schwindel und
Mundtrockenheit beobachtet. Der neue Wirkstoff, der zu keiner der
bekannten Neuroleptika-Klassen gehört, wird unter dem
Handelsnamen Serdolect® in Deutschland eingeführt.
30.07. BPI befürchtet verkappte Positivliste
Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI)
kritisierte am Mittwoch in Bonn eine gemeinsam von der
Kassenärztlichen Bundevereinigung und den Spitzenorganisationen
der Krankenkassen erarbeitete Empfehlung. Hinter den darin zur
Kostenbegrenzung vorgesehenen Arzneimittelrichtgrößen, wittert
der BPI eine vom Gesetzgeber nicht gewollte Listenmedizin.
BPI-Geschäftsführer Peter Dewein forderte
Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) auf, gegen solch
rechtswidrigen Aktivitäten vorzugehen. Nach Deweins Darstellung
wollen Kassen und Ärzte statt der vom Gesetz vorgesehenen
arztgruppenspezifischen Richtgrößen bei der Verschreibung von
Medikamenten indikationsbezogene Ausgabenobergrenzen. Damit aber
würden dem Arzt konkrete Anweisungen zur medikamentösen Therapie
gegeben. Die entmündige letztlich die Mediziner, kritisierte
Dewein. Der BPI befürchtet zudem, daß solche Positivlisten mehr
bürokratischen Aufwand bedeuten, nicht zur Kostensenkung
beitragen und auch die Entwicklung neuer Medikamente behindern.
30.07. In NRW sechs Pflegedienste TÜV-geprüft
Die TÜV Rheinland Gruppe (Oberhausen) hat bereits sechs
ambulanten Pflegediensten in Nordrhein-Westfalen eine Plakette
für die gute Qualität ihrer Pflege verliehen. Wie die
l00prozentige Tochter des TÜV Rheinland am Mittwoch berichtete,
haben Einrichtungen in Bad Berleburg, Mülheim an der Ruhr,
Recklinghausen, Schmallenberg, Wuppertal und nun auch Mettmann
das Zertifikat erhalten. Sieben weitere Dienste stehen zur Zeit
noch auf dem Prüfstand. Seit Einführung des Zertifikats im Herbst
1996 hätten bundesweit bereits 22 Dienste die Qualitätsprüfung
bestanden. Sie liegen in acht Bundesländern: Nordrhein-Westfalen,
Baden-Württemberg, Hamburg, Sachsen, Bremen, Hessen,
Niedersachsen und Berlin. Laut TÜV soll das Siegel Patienten die
Auswahl kundenfreundlicher und seriöser Pflegedienste aus den
bundesweit 22 000 Anbietern erleichtern.
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