24.02. Anhörung zum 2. NOG Der
Bundestagsgesundheitsausschuß hat für den 12. März
eine weitere Anhörung zum zweiten GKV-Neuordnungsgesetz
angekündigt. Themen sind die Budgetablösung durch
Richtgrößen, der feste Punktwert für Ärzte sowie die
paritätische Beitragsfinanzierung. 23.02.
Zwölfter Deutscher Schmerzpreis vergeben Dr. Ulrich
Drechsel, Anästhesist und Schmerztherapeut der Deutschen
Klinik für Diagnostik in Wiesbaden, ist mit dem
diesjährigen Deutschen Schmerzpreis des
Schmerztherapeutischen Kolloquiums und der Deutschen
Schmerzliga ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit
10000DM dotiert und wird von dem Unternehmen Gödecke
gestiftet. Der Mediziner, so die Laudatio, setze sich
seit mehr als 25 Jahren dafür ein, fachübergreifende
Therapiekonzepte zur Behandlung chronisch schmerzkranker
Patienten zu entwickeln. 21.02.
Stärkere Kontrolle von Terfenadin angekündigt Wegen der Gefahr
schwerer Nebenwirkungen wollen Behörden in Europa und
den USA Antiallergika mit dem Wirkstoff Terfenadin
stärker kontrollieren. Lebensbedrohliche
Herzrhythmusstörungen traten in Einzelfällen bislang
jedoch nur bei nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch auf,
betonte ein Sprecher des Bundesinstituts für
Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Berlin. Das
Institut habe für den Wirkstoff vor zwei Wochen ein
Stufenplanverfahren zur Abwehr von Arzneimittelrisiken
eingeleitet und tausche Daten mit den Herstellern aus.
21.02.
Frischzellentherapie verboten Die
Frischzellentherapie wird in Deutschland endgültig
verboten. Einer entsprechenden Verordnung der
Bundesregierung stimmte der Bundesrat am Freitag
abschließend einhellig zu. Zur Begründung heißt es,
eine medizinische Wirksamkeit der Frischzellenpräparate
habe bisher nicht festgestellt werden können. Dagegen
gebe es erhebliche Gesundheitsrisiken durch Infektionen
und Überempfindlichkeitsreaktionen. Von einem völlig
ungerechtfertigten Eingriff in die grundgesetzlich
garantierte Therapiefreiheit sprach der Bundesverband
Deutscher Ärzte für die Frischzellentherapie. 21.02.
Sertralin zugelassen Mit Sertralin
wurde kürzlich der fünfte Vertreter der selektiven
Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) in Deutschland
eingeführt. Wie die anderen SSRI hemmt Sertralin die
Rücknahme von Serotonin aus dem synaptischen Spalt in
das präsynaptische Neuron und erhöht somit dessen
Konzentration im synaptischen Spalt. Bei Depressionen,
saisonaler Depression, Dysthymie und prämenstruellen
dysphorischen Störungen war der neue Arzneistoff
wirksamer als Placebo und vergleichbar mit anderen SSRI,
erläuterte Professor Dr. Hans-Jürgen Möller bei der
Einführungspressekonferenz in München. 21.02.
Neuer Grippe-Impfstoff vorgestellt Die
Weltgesundheitorganisation WHO hat in Genf den Impfstoff
für die nächste Grippesaison vorgestellt. Die Formel
für 1997/98 enthält nur noch zwei Virus-Stämme mit
asiatischen Namen, Wuhan und Beijing, während die Linie
Singapur durch den Typ A/Bayern ersetzt wurde. Für die
Impfstoffkombination werden die genannten Viren meist in
Hühnereiern gezüchtet. Der Grippeimpfstoff wird jedes
Jahr neu entwickelt, weil die Viren ihre Eigenschaften
schnell ändern. Frühe Empfehlungen sollen vor allem der
pharmazeutischen Industrie helfen, ihre
Impfstoffproduktion rechtzeitig vor der nächsten Saison
den Bedürfnissen anzupassen. 21.02.
BMG lehnt Verschärfung der AM-Richtlinien ab Das
Bundesgesundheitsministerium (BMG) lehnt die vom
Bundesausschuß Ärzte/Krankenkassen beschlossene
Ergänzung der Arzneimittelrichtlinien ab. Im Dezember
hatte der Bundesausschuß die Arzneimittelrichtlinien um
die Nummer 17.3 ergänzt, nach der unter anderem
Kombinationen mit systemischen Analgetika, orale
Eisen-III-haltige Zubereitungen und Kombinationen von
Expektorantien oder Antitussiva mit anderen Stoffen aus
der Erstattungsfähigkeit herausgenommen werden sollten.
Begründung des Ministeriums: Nur der Gesetz- oder
Verordnungsgeber könne definitiv über Ausschlüsse aus
dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung
entscheiden. 19.02.
DGB: Große Sparreserven im Gesundheitswesen Als
knallharte Klientelpolitik" hat der Deutsche
Gewrkschaftsbund (DGB) die Pläne der Regierungskoalition
im Gesundheitswesen verurteilt. In einem dpa-Gespräch
warf die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula
Engelen-Käfer der Bundesregierung vor, Ärzte,
Zahnärzte, Apotheker und Pharmaindustrie großzügig zu
bedienen, statt Kosten zu reduzieren. Im
Gesundheitssystem steckten Sparreserven von 25 bis 30
Milliarden DM, ohne daß die medizinische Versorgung
leide. Dafür müßte allerdings die Position der
Krankenkassen gestärkt werden. 19.02.
CDU-Arbeitnehmer gegen höheren Kassenbeitrag CDU-Familien und
Sozialpolitiker haben heftigen Widerstand gegen den Plan
von Gesundheitsminister Horst Seehofer und der FDP
angekündigt, künftige Beitragssatzerhöhungen in der
gesetzlichen Krankenversicherung nur noch von den
Arbeitnehmern bezahlen zu lassen. Walter Link,
stellvertretender Vorsitzender der
CDU/CSU-Arbeitnehmergruppe im Bundestag, erklärte in der
Mittwochausgabe der Leipziger Volkszeitung: Ein
solcher Systembruch ist mit uns nicht zu machen."
Dies laufe auf ein Zweiklassen-Gesundheitssystem hinaus. 18.02.
Es wird zu viel geröntgt Nach Ansicht des
Münchner Strahlenbiologen Professor Dr. Edmund
Lengfelder ist jedes zweite Röntgenbild in deutschen
Arztpraxen überflüssig. Vor allem Mammographien seien
oft unnötig, kritisierte er in einem Gespräch mit der
Ärztlichen Praxis". Da die weibliche Brust
strahlenempfindlich sei, sollten Frauen unter 50 nur in
begründeten Verdachtsfällen geröntgt werden. Der
Strahlenbiologe wies außerdem darauf hin, daß bei
vielen alten Geräten die Strahlendosis fünfmal so hoch
wie notwendig sei. 18.02.
Trinkwasserwarnung in Eifel bleibt Bewohner der
südlichen Gebiete der Kreise Aachen und Düren müssen
ihr Trinkwasser weiterhin abkochen. Die
Trinkwasserwarnung bleibt nach Angaben der
Kreisverwaltung Aachen bis auf weiteres bestehen. Seit
Samstag sind etwa 50000 Menschen in der Nordeifel vom
Trinkwasseralarm betroffen. Die Gesundheitsämter hatten
die Abkochempfehlung vorbeugend ausgesprochen, nachdem im
Wasser eine zu starke Trübung festgestellt worden war. 17.02.
Abschaffung der Budgets umstritten Die Krankenkassen
sind gegen eine Abschaffung des Arznei- und
Heilmittelbudgets. Sie mache jede Sparpolitik null und
nichtig, sagte der Vorstandsvorsitzende der
Innungskrankenkassen, Rolf Stuppardt. Mit der Einführung
von Richtgrößen kämen Mehrkosten von mindestens drei
Milliarden DM auf die Kassen zu. Schon am Wochenende
hatte SPD-Sozialexperte Rudolf Dreßler die Pläne zur
Abschaffung des Budgets als absurd bezeichnet. Als Folge
würden die Kassenbeiträge weiter steigen, sagte er. 17.02.
Neue HIV-Resistenz entdeckt US-Forscher haben
eine neue Resistenz gegen HIV entdeckt. Sie verhindere
die Vermehrung des Virus. Einige Monate nach der
Infektion sei HIV bei Menschen mit dieser Resistenz nicht
mehr nachweisbar. Das berichtete Miles W. Cloyd von der
Universität Texas in Seattle. Er konnte den Effekt bei
zwei Erwachsenen nachweisen. Etwa 15 Prozent der
Bevölkerung verfügten über diesen Abwehrmechanismus
gegen AIDS. Allerdings schließt er aus Laborversuchen,
daß die Resistenz nur vor einigen der vielen HIV-Stämme
schützt. Cloyd und Kollegen wollen nun den Mechanismus
genauer untersuchen, um ihn später mit Hilfe von
Arzneimitteln nachahmen zu können. 14.02.
Risikostrukturausgleich stufenweise abbauen Der Landesverband
der niedersächsischen Betriebskrankenkassen (BKK) setzt
sich für den stufenweisen Abbau des
Risikostrukturausgleichs ein. Der Finanzausgleich
verhindere nicht nur eine solide Finanzplanung, sondern
zwinge wirtschaftlich gesündere Krankenkassen dazu, ihre
Beitragssätze zu erhöhen, sagte der Sprecher des
Landesverbandes der BKK Niedersachsen, Wolfgang Beyer in
Hannover. Eine komplette Abschaffung des
Risikostrukturausgleichs lehnte er allerdings ab. So
müsse es für den unterschiedlich hohen Anteil älterer
Mitglieder einen dauerhaften Finanzausgleich zwischen den
Kassen geben. Die Bonner Regierungskoalition erwägt,
eine Obergrenze für den Finanzausgleich festzulegen. 14.02.
Statt Budgets soll es Richtgrößen geben Die
Gesundheitsexperten der Koalition haben sich auf die
Abschaffung von Budgets für Arznei- und Heilmittel und
die Einführung von Richtgrößen geeinigt. Das sagte
Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) am 14.
Februar in Bonn. Außerdem solle ein Partnerschaftsmodell
eingeführt werden, das allen Fachleuten des
Gesundheitswesens "echtes Mitspracherecht"
sichere. Einig sei man sich auch darüber, daß Kuren,
häusliche Krankenpflege, Fahrtkosten und
Auslandsleistungen Pflichtleistungen der Krankenkassen
blieben. An der Erhöhung der Zuzahlung bei steigenden
Beiträgen solle nichts geändert werden.