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PZ Nachrichten

Datum 17.02.1997  00:00 Uhr
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24.02. Anhörung zum 2. NOG
Der Bundestagsgesundheitsausschuß hat für den 12. März eine weitere Anhörung zum zweiten GKV-Neuordnungsgesetz angekündigt. Themen sind die Budgetablösung durch Richtgrößen, der feste Punktwert für Ärzte sowie die paritätische Beitragsfinanzierung.

23.02. Zwölfter Deutscher Schmerzpreis vergeben
Dr. Ulrich Drechsel, Anästhesist und Schmerztherapeut der Deutschen Klinik für Diagnostik in Wiesbaden, ist mit dem diesjährigen Deutschen Schmerzpreis des Schmerztherapeutischen Kolloquiums und der Deutschen Schmerzliga ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 10000DM dotiert und wird von dem Unternehmen Gödecke gestiftet. Der Mediziner, so die Laudatio, setze sich seit mehr als 25 Jahren dafür ein, fachübergreifende Therapiekonzepte zur Behandlung chronisch schmerzkranker Patienten zu entwickeln.

21.02. Stärkere Kontrolle von Terfenadin angekündigt
Wegen der Gefahr schwerer Nebenwirkungen wollen Behörden in Europa und den USA Antiallergika mit dem Wirkstoff Terfenadin stärker kontrollieren. Lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen traten in Einzelfällen bislang jedoch nur bei nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch auf, betonte ein Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Berlin. Das Institut habe für den Wirkstoff vor zwei Wochen ein Stufenplanverfahren zur Abwehr von Arzneimittelrisiken eingeleitet und tausche Daten mit den Herstellern aus.

21.02. Frischzellentherapie verboten
Die Frischzellentherapie wird in Deutschland endgültig verboten. Einer entsprechenden Verordnung der Bundesregierung stimmte der Bundesrat am Freitag abschließend einhellig zu. Zur Begründung heißt es, eine medizinische Wirksamkeit der Frischzellenpräparate habe bisher nicht festgestellt werden können. Dagegen gebe es erhebliche Gesundheitsrisiken durch Infektionen und Überempfindlichkeitsreaktionen. Von einem völlig ungerechtfertigten Eingriff in die grundgesetzlich garantierte Therapiefreiheit sprach der Bundesverband Deutscher Ärzte für die Frischzellentherapie.

21.02. Sertralin zugelassen
Mit Sertralin wurde kürzlich der fünfte Vertreter der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) in Deutschland eingeführt. Wie die anderen SSRI hemmt Sertralin die Rücknahme von Serotonin aus dem synaptischen Spalt in das präsynaptische Neuron und erhöht somit dessen Konzentration im synaptischen Spalt. Bei Depressionen, saisonaler Depression, Dysthymie und prämenstruellen dysphorischen Störungen war der neue Arzneistoff wirksamer als Placebo und vergleichbar mit anderen SSRI, erläuterte Professor Dr. Hans-Jürgen Möller bei der Einführungspressekonferenz in München.

21.02. Neuer Grippe-Impfstoff vorgestellt
Die Weltgesundheitorganisation WHO hat in Genf den Impfstoff für die nächste Grippesaison vorgestellt. Die Formel für 1997/98 enthält nur noch zwei Virus-Stämme mit asiatischen Namen, Wuhan und Beijing, während die Linie Singapur durch den Typ A/Bayern ersetzt wurde. Für die Impfstoffkombination werden die genannten Viren meist in Hühnereiern gezüchtet. Der Grippeimpfstoff wird jedes Jahr neu entwickelt, weil die Viren ihre Eigenschaften schnell ändern. Frühe Empfehlungen sollen vor allem der pharmazeutischen Industrie helfen, ihre Impfstoffproduktion rechtzeitig vor der nächsten Saison den Bedürfnissen anzupassen.

21.02. BMG lehnt Verschärfung der AM-Richtlinien ab
Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) lehnt die vom Bundesausschuß Ärzte/Krankenkassen beschlossene Ergänzung der Arzneimittelrichtlinien ab. Im Dezember hatte der Bundesausschuß die Arzneimittelrichtlinien um die Nummer 17.3 ergänzt, nach der unter anderem Kombinationen mit systemischen Analgetika, orale Eisen-III-haltige Zubereitungen und Kombinationen von Expektorantien oder Antitussiva mit anderen Stoffen aus der Erstattungsfähigkeit herausgenommen werden sollten. Begründung des Ministeriums: Nur der Gesetz- oder Verordnungsgeber könne definitiv über Ausschlüsse aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung entscheiden.

19.02. DGB: Große Sparreserven im Gesundheitswesen
Als „knallharte Klientelpolitik" hat der Deutsche Gewrkschaftsbund (DGB) die Pläne der Regierungskoalition im Gesundheitswesen verurteilt. In einem dpa-Gespräch warf die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Käfer der Bundesregierung vor, Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Pharmaindustrie großzügig zu bedienen, statt Kosten zu reduzieren. Im Gesundheitssystem steckten Sparreserven von 25 bis 30 Milliarden DM, ohne daß die medizinische Versorgung leide. Dafür müßte allerdings die Position der Krankenkassen gestärkt werden.

19.02. CDU-Arbeitnehmer gegen höheren Kassenbeitrag
CDU-Familien und Sozialpolitiker haben heftigen Widerstand gegen den Plan von Gesundheitsminister Horst Seehofer und der FDP angekündigt, künftige Beitragssatzerhöhungen in der gesetzlichen Krankenversicherung nur noch von den Arbeitnehmern bezahlen zu lassen. Walter Link, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Arbeitnehmergruppe im Bundestag, erklärte in der Mittwochausgabe der Leipziger Volkszeitung: „ Ein solcher Systembruch ist mit uns nicht zu machen." Dies laufe auf ein Zweiklassen-Gesundheitssystem hinaus.

18.02. Es wird zu viel geröntgt
Nach Ansicht des Münchner Strahlenbiologen Professor Dr. Edmund Lengfelder ist jedes zweite Röntgenbild in deutschen Arztpraxen überflüssig. Vor allem Mammographien seien oft unnötig, kritisierte er in einem Gespräch mit der „Ärztlichen Praxis". Da die weibliche Brust strahlenempfindlich sei, sollten Frauen unter 50 nur in begründeten Verdachtsfällen geröntgt werden. Der Strahlenbiologe wies außerdem darauf hin, daß bei vielen alten Geräten die Strahlendosis fünfmal so hoch wie notwendig sei.

18.02. Trinkwasserwarnung in Eifel bleibt
Bewohner der südlichen Gebiete der Kreise Aachen und Düren müssen ihr Trinkwasser weiterhin abkochen. Die Trinkwasserwarnung bleibt nach Angaben der Kreisverwaltung Aachen bis auf weiteres bestehen. Seit Samstag sind etwa 50000 Menschen in der Nordeifel vom Trinkwasseralarm betroffen. Die Gesundheitsämter hatten die Abkochempfehlung vorbeugend ausgesprochen, nachdem im Wasser eine zu starke Trübung festgestellt worden war.

17.02. Abschaffung der Budgets umstritten
Die Krankenkassen sind gegen eine Abschaffung des Arznei- und Heilmittelbudgets. Sie mache jede Sparpolitik null und nichtig, sagte der Vorstandsvorsitzende der Innungskrankenkassen, Rolf Stuppardt. Mit der Einführung von Richtgrößen kämen Mehrkosten von mindestens drei Milliarden DM auf die Kassen zu. Schon am Wochenende hatte SPD-Sozialexperte Rudolf Dreßler die Pläne zur Abschaffung des Budgets als absurd bezeichnet. Als Folge würden die Kassenbeiträge weiter steigen, sagte er.

17.02. Neue HIV-Resistenz entdeckt
US-Forscher haben eine neue Resistenz gegen HIV entdeckt. Sie verhindere die Vermehrung des Virus. Einige Monate nach der Infektion sei HIV bei Menschen mit dieser Resistenz nicht mehr nachweisbar. Das berichtete Miles W. Cloyd von der Universität Texas in Seattle. Er konnte den Effekt bei zwei Erwachsenen nachweisen. Etwa 15 Prozent der Bevölkerung verfügten über diesen Abwehrmechanismus gegen AIDS. Allerdings schließt er aus Laborversuchen, daß die Resistenz nur vor einigen der vielen HIV-Stämme schützt. Cloyd und Kollegen wollen nun den Mechanismus genauer untersuchen, um ihn später mit Hilfe von Arzneimitteln nachahmen zu können.

14.02. Risikostrukturausgleich stufenweise abbauen
Der Landesverband der niedersächsischen Betriebskrankenkassen (BKK) setzt sich für den stufenweisen Abbau des Risikostrukturausgleichs ein. Der Finanzausgleich verhindere nicht nur eine solide Finanzplanung, sondern zwinge wirtschaftlich gesündere Krankenkassen dazu, ihre Beitragssätze zu erhöhen, sagte der Sprecher des Landesverbandes der BKK Niedersachsen, Wolfgang Beyer in Hannover. Eine komplette Abschaffung des Risikostrukturausgleichs lehnte er allerdings ab. So müsse es für den unterschiedlich hohen Anteil älterer Mitglieder einen dauerhaften Finanzausgleich zwischen den Kassen geben. Die Bonner Regierungskoalition erwägt, eine Obergrenze für den Finanzausgleich festzulegen.

14.02. Statt Budgets soll es Richtgrößen geben
Die Gesundheitsexperten der Koalition haben sich auf die Abschaffung von Budgets für Arznei- und Heilmittel und die Einführung von Richtgrößen geeinigt. Das sagte Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) am 14. Februar in Bonn. Außerdem solle ein Partnerschaftsmodell eingeführt werden, das allen Fachleuten des Gesundheitswesens "echtes Mitspracherecht" sichere. Einig sei man sich auch darüber, daß Kuren, häusliche Krankenpflege, Fahrtkosten und Auslandsleistungen Pflichtleistungen der Krankenkassen blieben. An der Erhöhung der Zuzahlung bei steigenden Beiträgen solle nichts geändert werden.    

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