13.01. Großbritannien: Rezepte
online In
Großbritannien könnten Rezepte schon bald per Computer
vom verschreibenden Arzt in die Apotheke geschickt
werden. Apothekerverbände wehren sich gegen die
Einführung eines solchen landesweiten
Rezeptübermittlungssystems. Sie befürchten,
vertrauliche Patienteninformationen könnten
widerrechtlich an kommerzielle Unternehmen verkauft
werden. Außerdem sind viele kleinere Offizinen nicht in
der Lage, ein solches Computersystem zu bezahlen. Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in
der PZ 4/97. 12.01.
Haschischverkauf in Apotheken Gegen die Vorlage
eines Ausweises sollen Apotheken in Schleswig-Holstein im
Rahmen des geplanten Modellprojekts demnächst Haschisch
verkaufen. Wie die Kieler Gesundheitsministerin Heide
Moser (SPD) mitteilte, sollen die Ausweise keine
persönlichen Daten, sondern lediglich eine Codierung
enthalten, mit deren Hilfe man Informationen über das
Konsumverhalten der Drogensüchtigen gewinnen kann. Der
Ausweis soll zum Kauf von täglich bis zu fünf Gramm
Haschisch berechtigen. Ziel des Projekts ist es, die
Märkte für weiche und harte Drogen zu trennen. Bevor
das Modellvorhaben starten kann, muß das Bundesinstitut
für Arzneimittel und Medizinprodukte in Berlin aber noch
über seine Zulässigkeit entscheiden. 11.01.
Neues Brustkrebsgen entdeckt US-Forscher haben
ein Gen entdeckt, dessen Mutation nach ihrer
Einschätzung für jeden zweiten Tumor in der Brust
verantwortlich ist. Stanley Cohen und Kollegen von der
Stanford-Universität in Kalifornien stellten ihre
Forschungsergebnisse im Fachjournal "Cell" vor.
Das Gen TSG101 kann demnach Tumoren bei Frauen erklären,
die nicht durch die Gene BRCA 1 und BRCA 2 familiär
vorbelastet sind. Normalerweise verhindere TSG101 die
Entstehung von Krebs. Erst wenn es durch Mutation diese
Fähigkeit verliert oder in einigen Zellen sogar fehlt,
entwickelt sich ein Tumor, so die Forschungsergebnisse.
Bei ihren Untersuchungen stellten Cohen und seine
Mitarbeiter fest, daß das Gen bei sieben von 16 Frauen
fehlte, die an Brustkrebs erkrankt waren. 10.01.
Riskante Hormonpräparate Auch in
Deutschland sind nach Angaben von Ulrich Hagemann,
Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und
Medizinprodukte, in den 70er und 80er Jahren
Hormonpräparate verwandt worden, die das Risiko einer
Creutzfeld-Jacob-Infektion bergen konnten. "Die
Produkte sind jetzt seit nahezu zehn Jahren nicht mehr
auf dem Markt", sagte er im Saarländischen
Rundfunk. 1985 sei der Verdacht der Gefährlichkeit der
Produkte zum ersten Mal publiziert worden. Daraufhin habe
das Bundesgesundheitsamt noch im selben Jahr die
Anwendung der aus Leichen gewonnenen Präparate
eingeschränkt und sonstige Sicherheitsvorschriften für
die Gewinnung solcher Arzneimittel angeordnet. 10.01.
Gehe erhöht Übernahmeangebot an Lloyds "Um den
Übernahmeprozeß nunmehr zügig einer Entscheidung
zuzuführen", so der Gehe-Vorstandsvorsitzende
Dieter Kämmerer, wurde den Aktionären von Lloyds
Chemists am 10. Januar 1997 ein erhöhtes
Übernahmeangebot unterbreitet. Pro Stammaktie werden
ihnen 25 Pence mehr als vorher offeriert. Kämmerer
bezeichnete das Angebot von nunmehr insgesamt 525 Pence
als endgültig. Er verwies in seiner Presseerklärung auf
das langwierige kartellrechtliche Überprüfungsverfahren
von einem Jahr. Diese lange Phase der Ungewißheit habe
das Unternehmen erheblich belastet. 10.01.
Anklage wegen verseuchter Blutkonserven Knapp zweieinhalb
Jahre nach dem Tod von fünf Patienten durch verseuchte
Blutkonserven hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen
vier Verantwortliche der Düsseldorfer Unikliniken
erhoben. Dem ehemaligen Leiter der Blutbank, seiner
Vertreterin, einem Klinikapotheker und seinem Vertreter
werden fahrlässige Tötung sowie fahrlässige
Körperversetzung vorgeworfen, teilte Oberstaatsanwalt
Jochen Ruhland heute in Düsseldorf mit. 1994 waren fünf
Patienten an bakteriell verseuchten Konserven gestorben,
drei weitere hatten überlebt. Die Angeklagten hatten
nach Erkenntnissen der Ermittler in bewußter
Fahrlässigkeit geduldet, daß einer Reihe von
Blutkonserven unsachgemäß Proben entnommen worden
waren. Dabei war das Blut mit einem Schmutzwasserkeim
verunreinigt worden. 09.01.
Keine Koppelung von Beitrag und Zuzahlung Die
Gesundheitspolitiker der Bonner Koalition wollen die
geplante Koppelung von Beitragssatzerhöhungen der
Krankenkassen mit höheren Zuzahlungen zu Medikamenten
stoppen. Eine entsprechende Korrektur des bereits vom
Bundestag verabschiedeten ersten Teils der
Gesundheitsreform werde zur Zeit von den
Gesundheitsexperten der Koalitionsfraktionen vorbereitet.
Das Gesundheitsministerium dementierte die Informationen
mit den Worten "Es gibt derzeit keine Entscheidungen
über mögliche Änderungen am Gesetzesentwurf." 09.01.
Prion auch in den Mandeln Mit Gewebeproben
aus den Mandeln wollen Mediziner jetzt die
Creutzfeldt-Jacob-Krankheit (CJD) nachweisen. Damit
ließe sich noch zu Lebzeiten feststellen, ob jemand an
der Krankheit leide, berichtet John Collinge von der
Imperial College School of Medicine in London im
britischen Fachmagazin "The Lancet". Den
Wissenschaftlern gelang der Nachweis des charakteristisch
veränderten Prions in den Mandeln einer 35 Jahre alten
Frau, die an CJD gestorben war. Das Mandelgewebe läßt
sich aber auch bei lokaler Betäubung entnehmen. Bisher
kann man die mit BSE in Zusammenhang gebrachte atypische
CJD nur mit einer Untersuchung der Patientengehirne
nachweisen. 09.01.
Resistente Salmonellen-Stämme Nach Auskunft der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich
medikamentenresistente Salmonellen stark vermehrt. In
vielen Ländern seien sie zu einem ernsten
Gesundheitsproblem geworden. Gegen den inzwischen
verbreiteten Stamm DT 104 wirke kaum noch ein
Antibiotikum, teilte die WHO in Genf mit. In Deutschland
stieg der Anteil des resistenten Erregers an den
Salmonellen-Infektionen innerhalb eines Jahres von 10 auf
18 Prozent. Geraten resistente Erreger in die Blutbahn,
wird die Erkrankung lebensgefährlich. Als Ursache für
das Auftreten neuer resistenter Bakterien-Stämme
vermutet die Organisation den übermäßigen Einsatz von
Antibiotika in der Landwirtschaft. 08.01.
Knochenschwund durch Cola Cola-Getränke
und Limonaden können bei Kindern das Knochengewebe
schädigen. Die bei Kindern beliebten Softdrinks seien
Calciumräuber" und enthielten zu viel
Phosphor, erläuterte Jutta Sempler vom Kuratorium
Knochengesundheit am Mittwoch der DPA. Die phosphorreiche
Ernährung führe bei gleichzeitigem Calciummangel zu
brüchigen Knochen. Auch Fleisch und Süßigkeiten seien
sehr phosphorhaltig. Das Kuratorium empfiehlt, täglich
etwa ein Gramm Calcium aufzunehmen. Milchprodukte, Kohl,
Brokkoli und bestimmte Mineralwässer seien besonders
reich an Calcium. 07.01.
Arznei aus dem Internet Wie das
Wirtschaftsmagazin Capital" in seiner
aktuellen Ausgabe berichtet, werden im Internet
apothekenpflichtige Arzneimittel vertrieben. Ein
britischer Internet-Apotheker biete auch solche
Arzneimittel an, die in Deutschland
verschreibungspflichtig sind, etwa Deprenyl oder
Phenytoin. Die rechtliche Seite der Angebote ist noch
nicht geklärt. Das Bundesgesundheitsministerium setze
auf ein europaweites Versandverbot für
apothekenpflichtige Arzneimittel, so das
Wirtschaftsmagazin. 07.01.
Rauch greift auch Aorta an Zigarettenrauch
schadet nicht nur den Herzkranzgefäßen, sondern auch
der Aorta. Diese Beobachtung veröffentlichte ein
griechisches Forscherteam um Christodoulus Stefanadis in
der Wissenschaftszeitschrift Circulation".
Bereits eine Minute nach dem ersten Zug an einer
Zigarette ziehe sich die Aorta zusammen. Die Kontraktion
halte wenigsten 20 Minuten an. 07.01.
Hartmannbund für höhere Selbstbeteiligung Die Bundesbürger
müssen nach Ansicht des Ärzteverbandes Hartmannbund
mehr für die Leistungen des Gesundheitswesens bezahlen.
Ansonsten sei eine Rationierungen nicht aufzuhalten,
sagte der Hartmannbund-Vorsitzende Hans-Jürgen Thomas am
Dienstag in Bonn. Höhere Zuzahlungen seien gerechtfertig
und möglich. So hätten die Deutschen 1994 rund 87
Milliarden DM für Reisen ausgegeben.
Härtefallregelungen für ärmere Menschen müßten
allerdings erhalten bleiben. 05.01.
Fortschritt in der Leukämiebehandlung Die Behandlung
von Leukämiepatienten könnte jetzt mit einem in
Tübingen entwickelten Verfahren einen deutlichen
Fortschritt erzielen. Privatdozent Wolfram Brugger von
der Medizinischen Klinik hat herausgefunden, daß
blutbildende Vorläuferzellen von Krebspatienten im Labor
vermehrt und gezüchtet werden können. Die Zellen
konnten anschließend mit Erfolg transplantiert werden.
Brugger ist für seine Forschungsergebnisse mit der
Ludwig-Heilmeyer-Medaille der Gesellschaft für
Fortschritte in der Inneren Medizin ausgezeichnet worden.