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PZ Nachrichten

Datum 30.12.1996  00:00 Uhr
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13.01. Großbritannien: Rezepte online
In Großbritannien könnten Rezepte schon bald per Computer vom verschreibenden Arzt in die Apotheke geschickt werden. Apothekerverbände wehren sich gegen die Einführung eines solchen landesweiten Rezeptübermittlungssystems. Sie befürchten, vertrauliche Patienteninformationen könnten widerrechtlich an kommerzielle Unternehmen verkauft werden. Außerdem sind viele kleinere Offizinen nicht in der Lage, ein solches Computersystem zu bezahlen.
Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der PZ 4/97.


12.01. Haschischverkauf in Apotheken
Gegen die Vorlage eines Ausweises sollen Apotheken in Schleswig-Holstein im Rahmen des geplanten Modellprojekts demnächst Haschisch verkaufen. Wie die Kieler Gesundheitsministerin Heide Moser (SPD) mitteilte, sollen die Ausweise keine persönlichen Daten, sondern lediglich eine Codierung enthalten, mit deren Hilfe man Informationen über das Konsumverhalten der Drogensüchtigen gewinnen kann. Der Ausweis soll zum Kauf von täglich bis zu fünf Gramm Haschisch berechtigen. Ziel des Projekts ist es, die Märkte für weiche und harte Drogen zu trennen. Bevor das Modellvorhaben starten kann, muß das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Berlin aber noch über seine Zulässigkeit entscheiden.

11.01. Neues Brustkrebsgen entdeckt
US-Forscher haben ein Gen entdeckt, dessen Mutation nach ihrer Einschätzung für jeden zweiten Tumor in der Brust verantwortlich ist. Stanley Cohen und Kollegen von der Stanford-Universität in Kalifornien stellten ihre Forschungsergebnisse im Fachjournal "Cell" vor. Das Gen TSG101 kann demnach Tumoren bei Frauen erklären, die nicht durch die Gene BRCA 1 und BRCA 2 familiär vorbelastet sind. Normalerweise verhindere TSG101 die Entstehung von Krebs. Erst wenn es durch Mutation diese Fähigkeit verliert oder in einigen Zellen sogar fehlt, entwickelt sich ein Tumor, so die Forschungsergebnisse. Bei ihren Untersuchungen stellten Cohen und seine Mitarbeiter fest, daß das Gen bei sieben von 16 Frauen fehlte, die an Brustkrebs erkrankt waren.

10.01. Riskante Hormonpräparate
Auch in Deutschland sind nach Angaben von Ulrich Hagemann, Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, in den 70er und 80er Jahren Hormonpräparate verwandt worden, die das Risiko einer Creutzfeld-Jacob-Infektion bergen konnten. "Die Produkte sind jetzt seit nahezu zehn Jahren nicht mehr auf dem Markt", sagte er im Saarländischen Rundfunk. 1985 sei der Verdacht der Gefährlichkeit der Produkte zum ersten Mal publiziert worden. Daraufhin habe das Bundesgesundheitsamt noch im selben Jahr die Anwendung der aus Leichen gewonnenen Präparate eingeschränkt und sonstige Sicherheitsvorschriften für die Gewinnung solcher Arzneimittel angeordnet.

10.01. Gehe erhöht Übernahmeangebot an Lloyds
"Um den Übernahmeprozeß nunmehr zügig einer Entscheidung zuzuführen", so der Gehe-Vorstandsvorsitzende Dieter Kämmerer, wurde den Aktionären von Lloyds Chemists am 10. Januar 1997 ein erhöhtes Übernahmeangebot unterbreitet. Pro Stammaktie werden ihnen 25 Pence mehr als vorher offeriert. Kämmerer bezeichnete das Angebot von nunmehr insgesamt 525 Pence als endgültig. Er verwies in seiner Presseerklärung auf das langwierige kartellrechtliche Überprüfungsverfahren von einem Jahr. Diese lange Phase der Ungewißheit habe das Unternehmen erheblich belastet.

10.01. Anklage wegen verseuchter Blutkonserven
Knapp zweieinhalb Jahre nach dem Tod von fünf Patienten durch verseuchte Blutkonserven hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen vier Verantwortliche der Düsseldorfer Unikliniken erhoben. Dem ehemaligen Leiter der Blutbank, seiner Vertreterin, einem Klinikapotheker und seinem Vertreter werden fahrlässige Tötung sowie fahrlässige Körperversetzung vorgeworfen, teilte Oberstaatsanwalt Jochen Ruhland heute in Düsseldorf mit. 1994 waren fünf Patienten an bakteriell verseuchten Konserven gestorben, drei weitere hatten überlebt. Die Angeklagten hatten nach Erkenntnissen der Ermittler in bewußter Fahrlässigkeit geduldet, daß einer Reihe von Blutkonserven unsachgemäß Proben entnommen worden waren. Dabei war das Blut mit einem Schmutzwasserkeim verunreinigt worden.

09.01. Keine Koppelung von Beitrag und Zuzahlung
Die Gesundheitspolitiker der Bonner Koalition wollen die geplante Koppelung von Beitragssatzerhöhungen der Krankenkassen mit höheren Zuzahlungen zu Medikamenten stoppen. Eine entsprechende Korrektur des bereits vom Bundestag verabschiedeten ersten Teils der Gesundheitsreform werde zur Zeit von den Gesundheitsexperten der Koalitionsfraktionen vorbereitet. Das Gesundheitsministerium dementierte die Informationen mit den Worten "Es gibt derzeit keine Entscheidungen über mögliche Änderungen am Gesetzesentwurf."

09.01. Prion auch in den Mandeln
Mit Gewebeproben aus den Mandeln wollen Mediziner jetzt die Creutzfeldt-Jacob-Krankheit (CJD) nachweisen. Damit ließe sich noch zu Lebzeiten feststellen, ob jemand an der Krankheit leide, berichtet John Collinge von der Imperial College School of Medicine in London im britischen Fachmagazin "The Lancet". Den Wissenschaftlern gelang der Nachweis des charakteristisch veränderten Prions in den Mandeln einer 35 Jahre alten Frau, die an CJD gestorben war. Das Mandelgewebe läßt sich aber auch bei lokaler Betäubung entnehmen. Bisher kann man die mit BSE in Zusammenhang gebrachte atypische CJD nur mit einer Untersuchung der Patientengehirne nachweisen.

09.01. Resistente Salmonellen-Stämme
Nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich medikamentenresistente Salmonellen stark vermehrt. In vielen Ländern seien sie zu einem ernsten Gesundheitsproblem geworden. Gegen den inzwischen verbreiteten Stamm DT 104 wirke kaum noch ein Antibiotikum, teilte die WHO in Genf mit. In Deutschland stieg der Anteil des resistenten Erregers an den Salmonellen-Infektionen innerhalb eines Jahres von 10 auf 18 Prozent. Geraten resistente Erreger in die Blutbahn, wird die Erkrankung lebensgefährlich. Als Ursache für das Auftreten neuer resistenter Bakterien-Stämme vermutet die Organisation den übermäßigen Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft.

08.01. Knochenschwund durch Cola
Cola-Getränke und Limonaden können bei Kindern das Knochengewebe schädigen. Die bei Kindern beliebten Softdrinks seien „Calciumräuber" und enthielten zu viel Phosphor, erläuterte Jutta Sempler vom Kuratorium Knochengesundheit am Mittwoch der DPA. Die phosphorreiche Ernährung führe bei gleichzeitigem Calciummangel zu brüchigen Knochen. Auch Fleisch und Süßigkeiten seien sehr phosphorhaltig. Das Kuratorium empfiehlt, täglich etwa ein Gramm Calcium aufzunehmen. Milchprodukte, Kohl, Brokkoli und bestimmte Mineralwässer seien besonders reich an Calcium.

07.01. Arznei aus dem Internet
Wie das Wirtschaftsmagazin „Capital" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, werden im Internet apothekenpflichtige Arzneimittel vertrieben. Ein britischer Internet-Apotheker biete auch solche Arzneimittel an, die in Deutschland verschreibungspflichtig sind, etwa Deprenyl oder Phenytoin. Die rechtliche Seite der Angebote ist noch nicht geklärt. Das Bundesgesundheitsministerium setze auf ein europaweites Versandverbot für apothekenpflichtige Arzneimittel, so das Wirtschaftsmagazin.

07.01. Rauch greift auch Aorta an
Zigarettenrauch schadet nicht nur den Herzkranzgefäßen, sondern auch der Aorta. Diese Beobachtung veröffentlichte ein griechisches Forscherteam um Christodoulus Stefanadis in der Wissenschaftszeitschrift „Circulation". Bereits eine Minute nach dem ersten Zug an einer Zigarette ziehe sich die Aorta zusammen. Die Kontraktion halte wenigsten 20 Minuten an.

07.01. Hartmannbund für höhere Selbstbeteiligung
Die Bundesbürger müssen nach Ansicht des Ärzteverbandes Hartmannbund mehr für die Leistungen des Gesundheitswesens bezahlen. Ansonsten sei eine Rationierungen nicht aufzuhalten, sagte der Hartmannbund-Vorsitzende Hans-Jürgen Thomas am Dienstag in Bonn. Höhere Zuzahlungen seien gerechtfertig und möglich. So hätten die Deutschen 1994 rund 87 Milliarden DM für Reisen ausgegeben. Härtefallregelungen für ärmere Menschen müßten allerdings erhalten bleiben.

05.01. Fortschritt in der Leukämiebehandlung
Die Behandlung von Leukämiepatienten könnte jetzt mit einem in Tübingen entwickelten Verfahren einen deutlichen Fortschritt erzielen. Privatdozent Wolfram Brugger von der Medizinischen Klinik hat herausgefunden, daß blutbildende Vorläuferzellen von Krebspatienten im Labor vermehrt und gezüchtet werden können. Die Zellen konnten anschließend mit Erfolg transplantiert werden. Brugger ist für seine Forschungsergebnisse mit der Ludwig-Heilmeyer-Medaille der Gesellschaft für Fortschritte in der Inneren Medizin ausgezeichnet worden.    

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