Fritz Oesterle war von 1999 bis 30. Juni 2011 Vorsitzender des Vorstandes der Celesio AG. / © imago stock&people
Investor CEPD, der zum größten polnischen Pharmaunternehmen Pelion gehört, bläst damit zum Machtkampf. Erst vor gut einem Jahr war er bei Doc Morris eingestiegen. Derzeit ist er zusammen mit der Muttergesellschaft Pelion mit rund 13 Prozent größter Aktionär.
Medienberichten zufolge will CEPD den Verwaltungsrat neu sortieren und den jetzigen Präsidenten Walter Oberhänsli durch Fritz Oesterle, den früheren CEO des Pharmagrosshändlers Celesio, ersetzen. Zudem will der Großaktionär fünf weitere neue Mitglieder in den Verwaltungsrat wählen lassen. Neben Oesterle ist als zweite CEPD-Vertreterin Mariola Belina-Prazmowska vorgesehen, die im Management der Pelion-Gruppe für Strategie und Entwicklung verantwortlich ist.
Mit der Neubesetzung will der Großaktionär nach eigenen Angaben die Kontrolle stärken, eine bessere Umsetzung der Unternehmensstrategie vorantreiben und verloren gegangenes Vertrauen am Kapitalmarkt zurückgewinnen.
Der Großaktionär ist offenbar unzufrieden mit der wirtschaftlichen Performance des EU-Versenders und moniert einen Kursverlust von 98 Prozent in den zurückliegenden fünf Jahren. »Wiederholte Verfehlungen in der Strategieumsetzung und der Prognose« seien dafür verantwortlich, zitiert etwa das »Handelsblatt« aus einer Mitteilung von CEPD. Der derzeitige Verwaltungsrat sei nicht in der Lage, das Unternehmen zum Erfolg zu führen. Zuletzt habe Doc Morris am 19. März erneut seine mittelfristige Prognose gesenkt.
Dem Schritt seien monatelange Verhandlungen mit dem Verwaltungsratspräsidenten vorausgegangen. Doc Morris habe jedoch am 3. März mitten in den Gesprächen eigene Kandidaten für den Verwaltungsrat vorgeschlagen, ohne sich mit CEPD abzustimmen.
Die Anträge sollen voraussichtlich in die Einladung zur Generalversammlung am 12. Mai aufgenommen werden. Eine Stellungnahme von Doc Morris liegt derzeit noch nicht vor. Der Verwaltungsrat von Doc Morris habe die Anträge der CEPD auf Ergänzung der Tagesordnung zur Kenntnis genommen und werde sich zu gegebener Zeit dazu äußern, heißt es auf Anfrage der PZ.