| Johanna Hauser |
| 10.04.2026 18:00 Uhr |
Während schwere Komplikationen nach Koloskopie selten blieben (0,2 Prozent), zeigte sich bei den Teilnehmern des Stuhltests im ersten Jahr eine relative Zunahme venöser Thromboembolien um 39 Prozent. Die Autoren führen diesen Anstieg auf ein vorübergehendes Absetzen einer Antikoagulation nach positiver Stuhltestung auf Blut zurück. Die absolute Ereigniszahl war jedoch mit 60,1 Ereignissen pro 100.000 Personenjahre niedrig.
Nach einem Jahr näherten sich die Nebenwirkungsraten an das Niveau der Kontrollgruppe an. Schwerwiegende Komplikationen im Zusammenhang mit der Koloskopie wie eine Perforation waren selten und traten nur in zwei Fällen auf.
Die Autoren machen deutlich, dass die Teilnahmequote ein entscheidender limitierender Faktor für den beobachteten Nutzen der Koloskopie war. Nur 35 Prozent nahmen die Einladung zur Koloskopie wahr. Die Einladung zum Stuhltest wurde von 55 Prozent angenommen. Die geringere Teilnahme im Koloskopie-Arm erkläre, warum der bevölkerungsbezogene Effekt schwächer ausfiel, während der Stuhltest durch höhere Akzeptanz schneller messbare Effekte zeigte.
Ob die Einladung zur Vorsorge auch einen Effekt auf die Gesamtsterblichkeit hat, kann erst nach Beendigung der Studie 2030 berichtet werden. »Diese Studie gibt uns große Hoffnung, dass sich bei der abschließenden Auswertung in etwa fünf Jahren zeigen wird, dass das Screening die Sterblichkeit durch Darmkrebs in beiden Gruppen senkt«, sagt Dr. Anna Forsberg vom Karolinska Institut in einer Pressemitteilung.