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Hydrochlorothiazid
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Nur leicht erhöhtes Hautkrebsrisiko unter HCT-Einnahme

Das Diuretikum Hydrochlorothiazid (HCT) gehört zu den am häufigsten verordneten Medikamenten. Eine neue retrospektive Kohortenstudie aus Deutschland zeigt: Unter der Therapie steigt das Hautkrebsrisiko leicht, das allgemeine Krebsrisiko jedoch nicht. In der Apotheke sollte man bei der Abgabe HCT-haltiger Arzneimittel an den Sonnenschutz erinnern.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 29.03.2023  14:30 Uhr

Nur sehr wenige zusätzliche Hautkrebsdiagnosen

Insgesamt trat Krebs aller Arten in der HCT-Gruppe sogar etwas seltener auf als in der Vergleichsgruppe. Die Inzidenzrate pro 100 Patientenjahre lag bei 0,84. Das Risiko für Hautkrebs dagegen war unter HCT leicht erhöht (Inzidenzrate: 1,14). Damit sind laut Berechnung der Studienautoren aber nur 0,05 zusätzliche Hautkrebsdiagnosen pro 100 Patientenjahre verbunden.

Da die allgemeine Evidenz zur HCT-induzierten Karzinogenese widersprüchlich sei und hauptsächlich auf Beobachtungen beruhe, seien weitere randomisierte kontrollierte Studien erforderlich, um die Beziehung zwischen HCT und Krebsentstehung zu untersuchen, schreibt das Autorenteam und rät: »Diuretika als Eckpfeiler der Behandlung kardiovaskulärer Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Herzinsuffizienz, die beide schädliche Folgen haben können, sollten nicht abgesetzt werden, bevor solide Beweise für Schäden und therapeutische Alternativen vorgelegt werden.«

Da jedoch einige Ungewissheiten bestehen, sollten Patienten mit erhöhtem Hautkrebsrisiko identifiziert und geschützt werden. Die photosensibilisierende Wirkung von HCT, anderen Thiaziden und Thiazid-ähnlichen Diuretika steht außer Frage. Daher sollte man Patienten unter Therapie mit entsprechenden Wirkstoffen generell zu sorgfältigem Sonnenschutz raten.

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